Dermatose bei Neugeborenen mit Prof. Dr. Holm Schneider

Shownotes

Von der Schmetterlingskrankheit bis zur pränatalen Gentherapie: In dieser Episode sprechen wir über die biologischen Grundlagen der Epidermolysis bullosa und ektodermaler Dysplasien, die Herausforderungen für betroffene Neugeborene und die beeindruckenden Fortschritte auf dem Weg zu kausalen Therapien. Wie gelingt es, bereits vor der Geburt in Entwicklungsprozesse einzugreifen – und welche Perspektiven eröffnet das für andere genetische Erkrankungen?

Zum Nachlesen, die Literaturempfehlungen von Prof. Dr. Holm Schneider:

Inpatient management of epidermolysis bullosa: Consensus-based hands-on instructions for neonates and postneonates

ERN-Skin

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Der Podcast dient ausschließlich der neutralen Information, Fortbildung und Unterhaltung. Er ersetzt nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Die Inhalte dieses Podcast spiegeln die persönliche Meinung des Moderators und seiner Gäste wider. Die Referenten verwenden große Sorgfalt darauf, den aktuellen Wissensstand zu präsentieren. Wie jede andere Wissenschaft unterliegt auch die Neonatologie ständigen Entwicklungen. Änderungen sind vorbehalten.

Transkript anzeigen

00:00:00: Die deutsche Stiftung

00:00:01: kranke Neugeborene

00:00:02: präsentiert.

00:00:04: Der NeoCast Update Neonatologie.

00:00:09: Am Mikrofon

00:00:10: Mario Rüdiger Der Matosen bei Neugebornen.

00:00:14: wahrscheinlich haben sie davon auch noch nicht so viel gehört, dann sollten wir unbedingt dran bleiben.

00:00:19: Ich heiße sehr herzlich willkommen zum NeoCrast die dreiviertel Stunde für alle neonatologisch interessierten die keine Lust auf Powerpoint haben und trotzdem auf dem Laufenden bleiben wollen.

00:00:28: Am Mikrophon Mario Ruediger mein heutige Gast

00:00:31: Professor Dr.

00:00:32: Hülm Schneider aus Erlangen.

00:00:35: Hallo, lieber Holm!

00:00:35: Ich freue mich dich heute im Neocast zu einem Thema begrüßen zu dürfen das für mich teilweise wahrscheinlich auch neuland darstellt.

00:00:42: also ich bin gespannt und heiße dich herzlich willkommen.

00:00:45: Danke dir für die Einladung.

00:00:46: Ja bevor wir tiefer in die Thematik eintauchen möchte ich dich natürlich erstmal kurz vorstellen wie üblich.

00:00:52: du hast in Leipzig und London als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes studiert in Leib sich dann auch promoviert also fast um die Ecke von mir her Und dann als Postdoktorant an der University of London gearbeitet.

00:01:05: Nachdem du an die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, Nürnberg dort gearbeitet hast und auch habilitiert hast, haben sich unsere Wege irgendwie in Innsbruck kurz gekreuzt.

00:01:18: Da hättest du die Professor für experimentäre Neonatologie erhalten und wir durften noch kurze Zeit lang dort zusammenarbeiten.

00:01:25: Aber im Jahr zwei Tausend acht hast du deinen Ruf auf die Professur für Kinderherkunde am Uniklinikum

00:01:30: Erlangen

00:01:30: angenommen.

00:01:31: Dort bist du der Leiter des Zentrums für ektodalmane Displasien und zählst damit internationale zu den führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet seltener genetischer Entwicklungssteo.

00:01:41: Und letztlich bist du auch maßgeblich an der Entwicklung und klinischen Umsetzung pränatallermolekularer Therapien beteiligt, so wird also von meiner Seite eine kurze Zusammenfassung deiner Vita.

00:01:53: habe ich noch irgendwas vergessen was für dich wichtig ist?

00:01:56: Nein, das ist genug zur Person.

00:01:58: Da sind es die Zeit lieber für das Thema nutzen.

00:02:00: Okay okay gutes Stichwort!

00:02:03: Aber trotzdem als Einstieg frage ich meine Gäste mal ganz gern nach einem Erlebnis was dich in deiner Laufbahn persönlich beruflich irgendwie besonders beeinflusst hat oder was so ein besonders nachhaltigen Eindruck hinterlassen heißt?

00:02:16: Hast du da etwas mitgebracht was du mit unseren Zuhörern und zuhöreren teilen möchtest?

00:02:22: Naja...die Krankheiten über die wir sprechen wollen betreffen die gesamte Haut.

00:02:27: Sie sind also nicht zu übersehen und sie bewirken in der Regel erschrecken gleich nach der Geburt.

00:02:33: Das war für mich mal der Einstieg in ein sehr einprägsames Gespräch mit einem Theologen, über die biblische Schöpfungsgeschichte wo ja jeder Tag mit dem Satz endet Gott sah alles an was er gemacht hatte und es war sehr gut.

00:02:47: Was sagt das einer Mutter?

00:02:49: Der am Neugeborene ist einfach schrecklich aussieht weil es zum Beispiel große Hautdefekte hat.

00:02:55: Fragt sie sich dann wie die Jünger Jesu wer da wohl gesündigt hat, das Kind oder seine Eltern.

00:03:02: Dass es so geboren wurde?

00:03:04: Das war für mich eine schwierige Frage und nach dem Studium waren wir klar dass es viele schlimme Krankheiten gibt.

00:03:11: Leid, dass wir nicht erklären können höchstens mit der Genetik.

00:03:15: aber erst im Laufe der Berufssierare wurde mir bewusst welche große Bedeutung es für viele Eltern hat zu verstehen, dass die angeborene Krankheit ihres Kindes eben keine Strafe und auch kein Fehler Gottes ist.

00:03:30: Eltern tun sich oft schwer das zu akzeptieren, denn wenn der Traum vom gesunden Kind zerplatzt dann verändert es schlagartig ihr Leben.

00:03:41: Und als Arzt will ich natürlich primärmedizinisch helfen, will ich Krankheit besiegen aber ich staune immer wieder wie es sich bei betroffenen Eltern den Blick schärft für was noch wichtiger ist als Gesundheit Glücksmomente mit dem Kind festzuhalten, wahrzunehmen was vielleicht trotzdem sehr gut ist.

00:04:06: Krankheit kann also Perspektiven verändern, macht uns sensibler oder wie man früher sagte barmherziger.

00:04:14: Das habe ich im Medizinstudium nie gehört und ich denke einer Angeborenenkrankheitssinn abzugewinnen das fällt uns Ärzten sicher zwangsläufig besonders schwer Was natürlich der medizinischen Forschung dient.

00:04:29: Aber manchmal ist das Mitleid von außen größer als das Leid, dass der Patient selber empfindet.

00:04:37: Wer zum Beispiel nie laufen gelernt hat, er kennt es ja nicht anders.

00:04:42: Ein Rollstuhl wird ihm nicht zuerst als Einschränkung erscheinen sondern als Hilfsmittel.

00:04:48: oder jemand, der nur mit acht Fingern zur Welt kam, der kann damit genauso geschickt sein wie wir mit zehn.

00:04:55: Von Menschen mit angeborenen Krankheiten habe ich deshalb gelernt, Und das hat mich geprägt.

00:05:07: Mit theologischen Argumenten oder Gedanken haben wir in unserem Podcast noch nie begonnen und ganz spannend, aber ich finde diesen Eigen dieses Argumentes habe ich von Eltern häufiger gehört dass wenn wir über Einschränkungen sprechen die Kinder des oftmals gar nicht anders kennen weil sie damit groß geworden sind wenn die Hand fehlt oder Finger fehlen usw.

00:05:31: Die sind es nicht anders gewohnt.

00:05:32: Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Gedanke, den man häufig in so pränatalen Gesprächen nicht genug betonen kann, weil die Eltern ja immer so die Erwachsenen sehen, die

00:05:43: denn den

00:05:44: Arm fehlt oder irgendwie eine Einschränkung haben.

00:05:47: Ja, finde ich ganz gute Einstieg.

00:05:50: Also lass uns mal auf die Epidemiolusisbulosa eingehen, die wir heute so ein bisschen detaillierter besprechen wollen als eine Erkrankung.

00:05:59: Und wir müssen ja sagen, die Haut des Neugeborenen gilt als besonders empfindlich.

00:06:04: Es ist aber auch gleichzeitig ein Organ über das man sich wie du am Anfang schon gesagt hast gar nicht so viel Gedanken

00:06:08: macht.

00:06:10: Erst bei Erkrankungen wie Epidemolysis pulosa muss man zwangsläufig darüber nachdenken und bei den Kindern ist ihr extrem verletzlich die Haut.

00:06:20: Normalerweise soll die Haut uns ja schützen von nach ausnehmen und bei dem Kindern ist sie besonders verletzlich.

00:06:26: Was läuft da eigentlich biologisch anders ab bei den Kindern als bei gesunden Neugierungen?

00:06:33: Den Betroffenen und Kindern fehlt in der Haut ein wichtiges Angerprotein.

00:06:38: Ein Angerprodein, das die Epidermis die oberste Hautschicht an ihrer Unterlage festhält.

00:06:43: Und deshalb löst sie sich viel leichter ab als bei gesundem Menschen.

00:06:47: Das ist ein Problem, dass genetisch bedingt ist und von Geburt an vorhanden.

00:06:53: Schon eine sehr geringe mechanische Beanspruchung der Haut führt zu Blasen die sich immer weiter ausdehnen.

00:07:00: Und wenn das Blasendach irgendwann verloren geht, dann wird oft eine chronische Wunde daraus.

00:07:07: Manchmal kommen Kinder schon mit Hautablösungen zur Welt und auch Schleimhäute im Mund oder Machen oder am Auge sind oft mitbetroffen.

00:07:16: Also es bedeutet nicht nur dass es die äußeren Haute, sondern auch Schleiheute betroffen werden oder Betroffen sein können?

00:07:23: Wie ist das eigentlich in der Fit-Hallenentwicklung?

00:07:25: Wann kann man sagen... entwickelt oder ausreichend entwickelt?

00:07:34: Die Haut durchläuft verschiedene Stadien der Entwicklung.

00:07:40: Normalerweise habe ich die Scherkräfte, die diese Krankheit eigentlich bewirken in Utero noch nicht in diesem Umfang aber unter der Geburt dann kann es eben zu erheblichen Hautablösungen kommen.

00:07:55: und Habe ich in Trauterien, kann ich da schon Hinweise sehen dazu?

00:08:01: Also dass das Kind Prenatal sozusagen schon betroffen ist.

00:08:06: Es gibt einzelne Fallberichte aber in der Regel manifestiert sich erst mit der Geburt.

00:08:15: Man spricht ja häufig bei Epiderminlysis wird der Umgang sprachlich auch als Schmetterlingskrankheit bezeichnet Aber wie du schon hingewiesen hast gibt es ja unterschiedliche Formen.

00:08:25: Kannst du das kurz zusammenfassen, wie die sich in Prognose und Verlauf unterscheiden?

00:08:29: Und was den Unterschied ausmacht.

00:08:35: Ja dieser Begriff Schmetterlingskrankheit der bezieht sich darauf dass die Haut der Kinder fast so empfindlich ist die Schmetternlingsflügel und es veranschaulicht sicheres Problem.

00:08:46: Es gibt mehr als dreizig Krankheitstypen Die abhängig davon in welcher Ebene der Haut die Blasen entstehen In vier Hauptgruppen eingeteilt werden.

00:08:56: Die Spaltbildung kann die basalen Keratin und Südten betreffen, sodass die Blase dann innerhalb der Epidermis entsteht.

00:09:04: Dann heilt die Haut in der Regel rasch – und die Prognose ist günstig!

00:09:10: Aber für ein Neugebohrnis kann diese Krankheitsform trotzdem lebensbedrohlich sein wenn die betroffene Hautfläche sehr groß ist.

00:09:18: Bei der zweiten Gruppe der jungzonalen EB bilden sich die Blasen in der Basalmembran der Epideermis.

00:09:27: Da die Basalmembranen aber größtenteils erhalten bleibt, können solche Wunden heilen ohne Narben zu hinterlassen.

00:09:35: Bei der Dystrofen-EP in der dritten Form entsteht der Spalt unterhalb der Basalmembran.

00:09:42: Deshalb kommt es hier zum Narbenbildung mit der Zeit zur Verwachsung und an Händen und Füßen oft zur Verstümmelung.

00:09:50: Außerdem besteht ein großes Risiko das sich Karzinome entwickeln was die Lebenserwartungen deutlich reduziert.

00:09:57: Dann gibt's noch die vierte EB-Gruppe Kindlersyndrom genannt.

00:10:01: In dieser Gruppe können sich Blasen auf unterschiedlichen Ebenen bilden, die Symptome nehmen aber mit dem Alter ab.

00:10:08: Die Prognose ist daher

00:10:09: günstig.".

00:10:11: Wir hatten ja schon gesagt das es meistens Brennertal in der Routineuntersuchung nicht auffällt und die Kinder kommen auf die Welt und dann sind sowohl die Familien als auch das ärztliche pflegirische Team gefordert, adäquater darauf zu reagieren.

00:10:28: Von welchen Herausforderungen steht man in der Pflege des ärztlichen Team bei diesen

00:10:33: Kindern?

00:10:35: Ich habe schon gesagt die Blasen entstehen bei EB aufgrund von Scherkräften, die eben dann vermieten werden müssen wo immer möglich und klar das beginnt schon bei der Erstversorgung.

00:10:47: also Flüssigkeit auf der Haut sollte nur abgetupft werden.

00:10:51: Reiben führt zur Blasendbildung und damit zu Wundflächen.

00:10:55: Ein Kind mit so fragiler Haut, das muss auf eine besonders weiche Unterlage gebettet werden.

00:11:01: Um es anzuheben bitte nicht unter die arme Fassen sondern eine Hand unter den Po und andere unter den Nacken legen sollten keine normalen Pflaster verwendet werden weil alles was klebt beim Ablösen auch die Haut abzieht.

00:11:16: Wenn ein Zugang gesichert werden soll dann ist Annähen eine Möglichkeit.

00:11:21: oder dass verwenden dünner Steristrips die sich mit Pflastolöser entfernen oder mit Wasser abweichen lassen.

00:11:29: Muss ein zentraler Zugang gelegt werden, dann bitte keine sterilen Abdecktücher an der Haut festkleben – die kriegt man sonst nur mit der Haut wieder ab!

00:11:39: Das reduziert alles die Blasenbildung aber es werden trotzdem Blase entstehen.

00:11:44: Die sollten mit einer sterilen Kanüle aufgestochen werden weil sie dazu neigen sich zu vergrößern wenn sie gefüllt bleiben.

00:11:53: Eine große Blase am besten mehrfach durchstechen dass sich einzelne Löcher wieder verschließen können.

00:12:00: Und das Blasendach sollte nach Möglichkeit erhalten bleiben als eine Art natürliches Pflaster auf der Wunde.

00:12:07: Für die Mundversorgung eignen sich minimalattensive Silikonwundauflagen, wenn nötig mit Polster am Rand, mit solchen Gittern-Wundgitterauflagen, die das Sekret durchlassen soll die Wunde komplett abgedeckt werden.

00:12:28: Das geht auch verklebt normalerweise nicht und erlaubt einen schmerzarmen Verbandswechsel.

00:12:34: Darüber kommt saugfähiges Material, das natürlich ebenfalls nicht kleben darf.

00:12:40: Und fixiert wird es Ganze mit weichen Mulbinden, Silikontape als Pflasterersatz oder Schlauchverbänden.

00:12:48: Ist so ein Verband doch einmal verklebelt dann bitte einweichen oder abbaden.

00:12:55: Säuglinge mit Blasen- oder Schleimhauterrosion im Mund haben oft Schwierigkeiten an der Brust oder aus einer normalen Flasche zu trinken.

00:13:03: Dafür gibt es Spezialsauger mit größerer Öffnung.

00:13:08: Bei der Kleidung muss beachtet werden, dass die Nähte außen liegen und nicht auf der Haut reiben.

00:13:14: Und die Augen brauchen besondere Pflege weil auch Drottblasen entstehen können.

00:13:19: Dazu kommen Themen wie Schmerztherapie, Blut, Eiweißflüssigkeits, Elektrolytverluste, Infektionen, Mobilitätseinschränkung und das schon angesprochene Risiko von Verwachsungen.

00:13:34: All das führt zwangsläufig zu einem Alltag, der sich um Wundversorgung, Schmerzreduktion und die Vermeidung neuer Blasen dreht.

00:13:43: Das sind schon riesige Herausforderungen für alle Beteiligten.

00:13:49: Sodass also im Mittelpunkt erstmal die Vermeilung von neuen Blasens steht, also Scherkräfte, Zugkräfte

00:13:54: usw.,

00:13:55: zu vermeiden Blasen, also wenn die Haut geschädigt ist, blasend aufgetreten sind.

00:14:04: Dann sekundär die Infektion und so weiter zu vermeiden.

00:14:08: Wie sieht es mit Schmerzen aus?

00:14:10: Also wann haben die Kinder die Schmerz und was ist so?

00:14:15: die optimale Therapie für eine Analgesie?

00:14:21: Eine offene Haut, die schmerzt natürlich sehr Und am Anfang sollte man auch starke Schmerzwittel großzügig einsetzen.

00:14:31: Mit der Zeit allerdings verliert sich.

00:14:35: dieser Schmerz heißt etwas und geht dann mehr in einen chronischen Juckreiz über, der eben bei der Heilung der Hunden uns ja auch bekannt ist.

00:14:44: Also das Leiden unter den Schmerzen betrifft tatsächlich die Neugeborenen am Anfang und dann tritt eine gewisse Gewöhnung ein.

00:14:59: Wenn du mit Eltern sprichst nach der Geburt und denen die Diagnose mitteilt, ist ja eine der ersten Fragen immer was bedeutet langfristig.

00:15:10: Wie erklärst Du

00:15:11: das?

00:15:13: Es ist eine chronische Krankheit im Moment noch unheilbar.

00:15:20: Eine Krankheit über die wir viel sprechen müssen und eigentlich nur Schritt für Schritt die Probleme anschauen können.

00:15:28: Ja, also das in einem Gespräch zu vermitteln, das gelingt eigentlich nicht.

00:15:33: Das erfordert mehrere Ansätze.

00:15:36: Und kannst du dann irgendwelche Hoffnung machen?

00:15:39: Wie sieht es zukünftig aus?

00:15:40: Wo stehen wir heute bei der Behandlung der Epiderminosis-Bolosa?

00:15:44: und gibt's überhaupt realistische therapeutisch Perspektiven für die betroffenen Kinder?

00:15:50: Es gibt zwei zugelassene Geenterapieverfahren allerdings nur für die Behandlungen der Dysstrophenepi, das eine beruht auf genetisch korrigierten Patienten eigenen Keratinozyten, aus denen sich im Labor Haut Stücke herstellen lassen, die dann auf Unflächen transplantiert werden.

00:16:09: Das andere Verfahren seit dem Jahr zwanzig fünfundzwanzig auch in der EU verfügbar ist eine topische Therapie mit einem Herbisvirus-Vektor, der den Baublauen für Collagen Sieben enthält und der von unserem Immunsystem nicht angegriffen wird.

00:16:24: Dieser Vektor mit dem Handelsnamen Wajju weg wird einmal pro Woche tropfenweise auf chronische Wunden aufgetragen, solange bis die Wunde verheilt ist.

00:16:35: Das muss nicht unbedingt in einer Klinik passieren, sondern die Behandlung kann auch der Heim stattfinden.

00:16:42: Sie hilft allerdings nur bei der Düstrophen-EBE, deren Ursache eben dem Mangel an Kollegien sieben ist.

00:16:49: und leider wird dieses Ankerprotein auch nicht dauerhaft gebildet weil das korrekte Gen nicht in den Zellkern gelangt.

00:16:57: trotzdem sind in Studien an betroffenen Patienten damit deutlich mehr Wunden abgeheilt als unter Placebo-Behandlung.

00:17:06: Die Kosten und auch der Zeitaufwand sind hoch, aber wenn eine chronische große Wunde verheilt dann können die Betroffenen zum Beispiel wieder schmerzfrei liegen oder die Arme benutzen und das ist aus meiner Sicht den Aufwand wert.

00:17:23: Wir haben noch den Erfahrungen mit dieser Methode bisher gemacht erscheint es mir sinnvoll, nicht erst zu warten bis die Wunde chronisch wird sondern den Vektor gleich in eine frische Blase zu spritzen damit möglichst gar keine chronische Wunde entsteht.

00:17:40: Das heißt also für mein Verständnis das ist sozusagen der Heilungsprozess verschnellert oder die Haut die sich denn neu generiert wird umgangssprachlich stabiler

00:17:52: macht?

00:17:53: Genau!

00:17:53: Die Haut ist stabiler und hält einfach länger Aber es ist keine Dauertherapie, also wir gehen davon aus.

00:18:00: Das sind einige Monate auf jeden Fall der Hauptsicherheit.

00:18:08: Okay und da die Haut ja immer nachwächst, ist dann irgendwann sozusagen sich regeneriert.

00:18:12: kommt denn wieder die krankte Haut zum Vorschönen?

00:18:17: okay aber das hört sich erst mal nach einem gewissen Ansatz an den man beschreiten kann.

00:18:25: Bei jedem guten Podcast kommt an dieser Stelle Werbung.

00:18:28: Doch die Arbeit der deutschen Stiftung kranken Neugeborene ist produktneutral.

00:18:33: Um unser Angebot auch in Zukunft aufrechtzuerhalten oder sogar zu erweitern, sind wir aber auf ihre Unterstützung angewiesen.

00:18:41: Denn die Arbeit des DSKN ist nur durch Ehrenamt und ihre Spende möglich.

00:18:46: Daher erfolgt an dieser stelle eine Reklame für die DSKLn.

00:18:50: mit dem Neocast der vierte universale Akademie Und dem DSK-Update bieten wir Weiterbildung auf höchstem Niveau.

00:18:59: Das Neodiary und frühe Signale App gibt Unterstützung für Eltern von früh und krün neugebunden.

00:19:07: Mit unseren Förderprojekten ermöglichen mir kleine Forschungsprojekte Letztlich ist der Roland Wauer Wort und das Bioethik Projekt eine wichtige Investition in die Zukunft Rennen, jeder Podcast ein Euro wert sein sollte.

00:19:23: Dann würden wir einige Projekte neu auflegen können.

00:19:28: Daher meine Bitte an dieser Stelle an Sie, unterstützen sie unsere Arbeit!

00:19:33: Und wenn Sie noch Zweifel haben, fragen Sie Ihren Arzt oder die Eltern früh gewonnen.

00:19:38: Vielen Dank Holm.

00:19:40: einer deiner Spezialgebiete sind ja die ectodermalen Displasien, wo du auch sehr aktiv in der Forschung bist und so weiter.

00:19:48: Kannst Du das kurz erklären?

00:19:49: Und sozusagen aus molekularer Sicht oder entwicklungsbiologischer Sicht diese Erkrankungen nochmal erklären?

00:19:55: Ja!

00:19:56: Ectodemale Displassinen sind genetisch bedingt und charakteriert durch Fehlentwicklungen mehrhacher Strukturen, die vom emrenalen Ektodärmen abstammen.

00:20:06: Wozu also die Haut, die Haare Nägel, Zähne, Talg oder Schweißdrüsen gehören.

00:20:13: Es gibt mehr als fünfzig definierte Krankheitsbilder, deren molekulare Ursache inzwischen bekannt ist und da sind zum Beispiel oft Signalproteine-Defekt.

00:20:23: Proteine die während der Embryogenese in Differenzierungsprozessen eine wichtige Rolle spielt.

00:20:28: Okay!

00:20:29: Und das heißt ... Die Ektodermain des Plasinen kann man sozusagen bezüglich dieser molekularen Signalwege klassifizieren.

00:20:38: Ist es jetzt nur rein wissenschaftlich von Interesse oder können sich daraus auch therapeutische Konsequenzen ergeben?

00:20:45: Die Orientierung an den molekularen Ursachen stand an dem Symptom einer Krankheit macht es ja erst möglich, kausale Therapien zu entwickeln.

00:20:55: Und das können gezielte Proteinersatztherapien sein oder eben Gen-Therapien die einen gestörten Entwicklungsprozess rechtzeitig also schon vor dem Auftreten gefährlicher Krankheitssymptome wieder in geordnete Bahnen lenken

00:21:09: sodass man diese unterschiedlichen Erkrankungen oder Signalwege auch unterschiedlich behandeln wird.

00:21:17: Du hast dich ja mit der ex-chromosomalen, hypohydrotischen Ektodermandysplasie sehr intensiv beschäftigt.

00:21:25: Da handelt sich um Verlust der Schweißdrösenfunktionen.

00:21:28: Warum ist die so wichtig aus physiologischer Sicht von Bedeutung und eigentlich auch lebenslimitierendes Problem für die Neugeborene?

00:21:37: Ja, diese ectodermale Displasie ist die häufigste und Unternehnatologen sicherlich auch bekannt.

00:21:44: Sie wird verursacht durch den Mangel an einem Signalprotein das Ectodisplasien A-I heißt und dass ein Kind im Mutterlei braucht um zum Beispiel Schweißdrüsen Haare und Zahnanlagen zu bilden.

00:21:57: Deshalb haben betroffene Kinder später nur wenige Zähne wenig Haare keine Augenbrauen Und am schlimmsten ist, dass sie nicht schwitzen können weil ihnen die Schweißdrüsen fehlen.

00:22:08: Wer bei Hitze oder bei Anstrengung aber nicht schwitzt der bekommt schnell Fieber bis hin zum Hitzschlag das es so wie Autofahren mit einem Motor ohne Kühlung.

00:22:19: wird ein neu geborenes ohne Schweißdrüsen in einen Inkubator gelegt dann kann man innerhalb von zwei drei Stunden zuschauen wie der Kopf puterrot und die Atmung immer schneller wird weil die Körpertemperatur steigt Und zwar in lebensgefährliche Bereiche, wenn niemand eingreift.

00:22:39: Ältere Betroffene haben gelernt dieses Problem zu vermeiden.

00:22:43: Wird ihnen so heiß?

00:22:44: Dann suchen sie nach Wasser um sich abzukühlen.

00:22:47: aber das können Säuglinge natürlich noch nicht und auch später ist vielleicht manchmal kein Wasser in der Nähe und deshalb gilt Nicht schwitzen zu können ist lebensbedrohlich von Geburt an.

00:22:58: Da bin ich ein Wärmebett In der Sonne bei banalen fieberhaften Infekten oder beim Sport.

00:23:06: Das zeigt, wie wichtig die Schweißdrüsen sind.

00:23:11: Du hattest jetzt gesagt es ist so eines der bekannteren Krankheitsbilder?

00:23:15: Ich habe glaube ich einen Kind gesehen in meiner Laufbahn also Vielleicht kannst du dir unseren jüngeren Zuhörern zuhören, die das noch nicht gesehen haben vielleicht kurz erläutern.

00:23:27: Also woran man es postnatal erkennt

00:23:32: Ja an den schon genannten Dingen dass eben keine Augen brauen und oft auch äußerlich erkennbar viel weniger Haare da sind als bei einem normalen Neugeborenen.

00:23:48: Wenn ich die Haut des Kindes genauer anschaue, dann ist auch sagen wir mal eine andere Bicke der Haut offenkundig weil ja diese Haut-Anhangsgebilde fehlen also eine deutlich dünnere Haut, die auch so wie bei einer Ichdiose Manchmal von Anakologiummembran am Anfang überzogen ist, die dann aber schnell verschwindet.

00:24:18: Oft habe ich bei diesen Kindern auch einen eindeutig zu kleinen Oberkiefer und ein etwas zurückgesetzten kleinen Unterkiefer was eben auf den Mangel an Zahnanlagen hinweist.

00:24:33: also letzten Endes schon eine Blickdiagnose

00:24:37: Und bei Verdacht hattest du schön erklärt also adäquates Thermalmanagement, Überhitzung und so weiter vermeiden.

00:24:45: Diagnostisch wie komme ich da weiter?

00:24:52: Na das Einfachste ist ein Schweißtest.

00:24:54: der ist ja überall verfügbar aber der funktioniert ja beim Neugebrunnen noch nicht zuverlässig.

00:24:59: Das heißt ein negativer Schweistest ist jetzt nicht so aussagekräftig.

00:25:04: Also wenn ich die Verdachtsdiagnose aufgrund des äußeren Befundes habe dann ist im Prinzip eine molekulargenetische Diagnostik auch angezeigt.

00:25:17: Man kann jetzt erst nach der häufigsten Form schauen, nach der X-Kommissomalen und da es nur ein Gehen zu untersuchen, das bieten die meisten um einen genetischen Institut an.

00:25:32: Okay!

00:25:33: Jetzt hast du dich damit beschäftigt welche therapeutischen Möglichkeiten es gibt?

00:25:38: Kannst Du die kurz skizzieren?

00:25:42: Ja Ekrene Schweißdrüsen, mit denen wir unsere Temperatur regulieren.

00:25:46: Die entwickeln sich wie gesagt schon vor der Geburt und zwar zwischen der zwanzigsten und dreißigsten Schwangerschaftswoche.

00:25:53: Und nur dann!

00:25:56: Wenn man jetzt ein fehlendes Signalprotein ersetzen möchte verspricht es in diesem Zeitraum die größte Chance auf Erfolge.

00:26:04: Außerdem kommt uns zugute dass die Krankheitbereitzung die zwanzige Schwangersschaftswocher beim sogenannten Feinultraschall diagnostiziert werden kann wenn der Untersucher beim Betrachten des Gaumens auch auf die fatalen Zahlenanlagen schaut.

00:26:20: Wir haben eine Studie an betroffenen Neugeborenen durchgeführt, denen das Ersatzbrotein mehrfach intravenös verabreicht wurde und zwar in drei Dosis-Kohotten.

00:26:34: Dabei war leider keine Wirkung auf Haare, Schweißdrüsen oder andere Hautanalyse gebildet oder auf die Zahlentwicklungen zu sehen.

00:26:41: Eine Behandlung nach der Geburt kommt also leider zu spät.

00:26:45: Das heißt, die Therapie muss bereits in Utehoh erfolgen und das haben wir zunächst an Mäusen und Hunden mit Ektatamala-Dysplasie getestet und dann vor zehn Jahren die ersten Heilversuche bei menschlichen Fäden an betroffenen Zwillingen gewagt und die sind tatsächlich geglückt.

00:27:05: durch ultrascheilkontrollierte Gabe unseres Ersatzproteins ins Fruchtwasser war es die Bildung von Schweißdrüsen und ganz normale Schwitzfähigkeit bewirkt hat.

00:27:16: Wissenschaftsmagazine sehen, da werden die erste erfolgreiche prenatale Therapie eine Erbkrankheit und das mit dauerhafter Wirkung wie Messungen des Schweißvolumes über nun schon zehn Jahre zeigen.

00:27:29: Ich habe daraufhin auch eine multizentrische klinische Prüfung des Therapiekonzepts initiiert.

00:27:34: Eine internationale Studie, die nun kurz vor dem Abschluss steht

00:27:41: ist schon beeindruckend, die diese Erfolge zu sehen oder diesen Ansatz zu sehen.

00:27:47: Aber er setzt sozusagen voraus das Pränateil der Verdacht gestellt wird und da gibt es Angaben mit welcher Schwangerschaftswoche das gerade noch wirksam ist in der Therapie?

00:28:01: Oder wie du sagst ab.

00:28:03: da ist es wahrscheinlich eher nicht so wirksam?

00:28:06: Also zwischen den zwanzigsten und dreißigsten Wollen wir behandeln?

00:28:13: Wir beginnen in der Woche, wobei es sicherlich auch noch ein, zwei Wochen später wird.

00:28:22: Wenn man da beginnen würde, aber wir möchten gerne ein gewisses Zeitfenster abdecken und das reicht bei uns bis zur einundreißigsten Schwangerschaftswoche weil wir eben auch den Effekt auf die Zähne hoffen.

00:28:36: Die zweiten Zähnen, die sich dann etwas später noch bilden.

00:28:40: also Für uns ist ein Therapiebeginn in der Mitte oder eine Diagnose der Schwangerschaft, und ein Therapybeginnen dann um die fünfundzwanzigste, sechsundzwanzige Woche.

00:28:54: Da Wunsch!

00:28:57: Du hast schon auf die sozusagen Resonanz in den Wissenschaftsjournalen darauf hingewiesen... Der Ansatz ist ja ziemlich genial ... erst mal intuitiv nicht so richtig zu verstehen, weil man sich sagt wenn ich eine Genentherapie mache und die relativ spät am Ende der Schwangerschaft sozusagen im Frucht was er appliziere erwartet man ja nicht unbedingt irgendwelche lebenslangen Veränderungen.

00:29:23: Kannst du dir das erklären wie es dazu kommt?

00:29:26: Ja es ist keine Genentherapie sondern eine Aussatzpodeinbehandlung und dieses Versatzpotein besteht aus Perceptor Bindungseinheiten von Ectodysplasen A-I.

00:29:37: verknüpft sind durch FC-Fragmente humane Antikörper.

00:29:42: Das stabilisiert das Molekül zum einen, aber es wird deshalb auch vom Neonatalien Fc Rezeptor erkannt.

00:29:50: Der sitzt im Darm aller Säugetiere also auf des Menschen und wartet darauf dass Muttermilch vorbeikommt um sich da die guten müderlichen Antikörber herauszufischen.

00:30:01: Erkennt sie an ihrer FC Komponente?

00:30:05: bindet sie und befördert sich dann durch das Darmepithel ins Blut des Kindes.

00:30:10: Und es klappt auch schon bei Fäden, sobald Sie regelmäßig Fruchtwasser schlucken.

00:30:15: Für uns bietet es die Möglichkeit ein therapeutisches Protein quasi im Huckepackverfahren in den kindlichen Kreisler auf einzubringen.

00:30:24: Deshalb injizieren wir unser Ersatzprotein ins Fruchtwasser in der XXI Schwangerschaftswoche Raum bis zur Schwangerschaftswoche einunddreißig plus null abzudecken.

00:30:40: Das Brotein wird mit dem Fruchtwasser geschluckt, gelangt ins Blut und damit überall hin wo es gebraucht wird um eben die Entwicklung von Schweißtrüsen und Zähnen anzustoßen

00:30:54: Und im weiteren Verlauf.

00:30:55: also die werden erst angelegt in dieser Schwangerschatz-Sorge und im weiteren verlauf die brauche ich da keine Substitution zu haben wie mehr?

00:31:06: Nein was einmal gebildet wurde und, sagen wir mal dann eine Funktion erfüllt.

00:31:12: Das bleibt in der Regel erhalten.

00:31:14: also bei den Schweißdrösen haben wir da keinen Zweifel dran und bei den Zähnen ist es so dass der Zahn keim wenn er einmal da ist dann durch andere Signalmoleküle zum Durchbruch animiert wird.

00:31:26: ja also die Eglutysplasinen-Signalwirkung die ist wichtig für die Anlage.

00:31:36: Sehr spannend, also ich hab ja am Anfang schon gesagt ist nicht mein Spezialgebiet.

00:31:41: Ich habe dafür oder lernen da viel sehr sehr spannend.

00:31:46: Jetzt lass uns mal so ein bisschen noch mal.

00:31:48: du hättest gesagt Also die Ursache ist eine genetische Erkrankung aber ihr habt jetzt keine genetischen Therapie eingeführt.

00:31:56: ergeben sich aber daraus sozusagen prinzipielle Ansätze für andere genetische Erkrankungen, für eine prenatalen Ansatz, für ne Therapie?

00:32:09: Es gibt noch mehr Krankheiten die sich prenataldiagnostizieren lassen und die auf ähnliche Weise behandelt werden können.

00:32:15: Dazu gehören bestimmte Lysosomalie-Speicherkrankheiten bei denen sich im Herz in der Leber oder dem Gehirn aber Produkte des Stoffwechsels anhäufen was bereits in Uteroze irreversiblen Organschäden führen kann.

00:32:30: Und auch hier fehlt den Patienten ein Protein, nämlich das für den Abbau zuständige Enzymen.

00:32:36: Das könnte schon im Mutterleib ersetzt werden.

00:32:40: Ein anderes Beispiel sind schwere Formen der Hypofosphatasie bei denen die Gewebe unspezifische alkalische Phosphatase nicht ausreichend aktiv ist.

00:32:51: Es bewirkt eine gestörte Knochenmineralisierung und hat Knochembrüche und Däphometätenserfolge, X-chromosomeralenektifemalesplasie sonographisch sichtbar sind.

00:33:06: Beim Neugebohren entstehen dann allerdings die Artenprobleme und Krampfanfälle im Vordergrund, aber für die Diagnostik sind diese Knochenbrüche entscheidend.

00:33:17: Es gibt bereits einen zugelassenen Enzymersatz Therapie und dieses Enzym als Photase Alpha heißt es ist auch an die FC-Komponente humaner Antikörper gekoppelt so dass über das Fruchtwasser verabreicht werden könnte.

00:33:35: Und wir hatten vorhin ja nur über die Zwillinge erst mal gesprochen, aber wir hatten nach den Zwillingen dann noch weitere Heilversuche durchgeführt, Heilversuchen, die bei sechs von sechs behandelten Patienten des Hauptproblems der Krankheit, die fehlende Schwitzfähigkeit dauerhaft behoben haben.

00:33:55: Deshalb können wir doch jetzt einiges auch schon im Langzeitverlauf sagen.

00:34:03: Wir können sagen, dass die Kinder genauso viele Schweißdrüsen wie ihre gesunden Altersgefährten entwickelt haben.

00:34:08: Dass sie normal schwitzen können während ihrer unbehandelten Betroffenen Verwandten keinerlei Schweiß produzieren.

00:34:15: Das im Sommer bei den behandeltem Kindern keine Überwärmungsepisoten auftreten Sie viel weniger Probleme mit trockenen Schleimhäuten haben auch weniger Krankenhausaufenthalte mehr bleibende Zähne als unbehaltete betroffene Verbände und eine normale Speichelmenge was die Nahrungsaufnahme verbessert.

00:34:35: Und das hat ja dann dazu geführt, dass wir Ende twenty-einenzwanzig diese multizentrische Studie starten durften mit zwei Zentren in Deutschland und sechs weiteren weltweit.

00:34:50: Auf diesem Weg haben wir gelernt wie schwierig, wie aufwendig es ist klinische Studien in der Perinatalmedizin zu initiieren.

00:34:58: also der Weg bei diesen anderen Krankheitsbildern, die ich genannt hatte wird noch ein weiter sein, aber trotzdem ist jetzt schon Forschung auf diesen Gebiet gefordert und wir forschen auch schon daran.

00:35:13: Aber wir sind da bei Weiten noch nicht in derselben Position wie bei der ectodermalen Displasi, also das wird noch Jahre brauchen.

00:35:22: Und bei der Ectodermaen-Displasie hatten wir auch das Glück dass diese klinische Studie durch eine Breakthrough Therapy Designation der FDA und das Prime Scheme der European Medicines Agency unterstützt wird.

00:35:35: Das macht vieles leichter in der Beantragung einer klinischen Studie.

00:35:40: Wir bestimmen bei den behandelten Jungs einen primären Endpunkt im Alter von sechs Monaten, also auch schon relativ nah dran an der Behandlung und das ist das Schweißvolumen nach Pilokarpin-Stimulation, dass mit den Daten unbehandelter Betroffener verandert verglichen wird.

00:35:59: Dann gibt es noch eine Reihe sekundärer Endpunkte Und natürlich eine Langzeitbeobachtung der Sicherheit und der Beständigkeit der Therapieeffekte.

00:36:06: Diese Langzeit-Beobachtungen läuft über fünf Jahre.

00:36:10: Das zeigt auch, wie aufwendig solche Studien sind.

00:36:14: Wir haben inzwischen fünfundfünfzig Schwangere gescreent und siebzehn von ihnen die Studie eingeschlossen zusammen mit zwölf unbehandelten Verwandten.

00:36:25: Fünfzehn behandelt Kinder sind bereits auf der Welt und bei vierzehn konnten wir schon primäre und sekundäre Endpunkte erfassen Und jetzt hoffe ich, dass wir die konkreten Ergebnisse bald publizieren können.

00:36:38: Hört sich nach viel Aufwand an!

00:36:40: Wenn man die Gescreenten und die Eingeschlossenen ist ja ein Gap da.

00:36:45: was war der häufigste Grund das sie nicht eingeschlossen werden konnten?

00:36:49: Ja entweder waren sozusagen einen Ausschlusskriterium wie mütterlicher Diabetes oder eine Frühgeburtstneigung gegeben Oder in einem Fall wohnte die Mutter einfach auch viel zu weit weg um rechtzeitig an einen Studienzentrum reisen zu können.

00:37:08: Das war natürlich besonders schade, aber sowas kommt eben bei so einer Studie die nur acht Standorte weltweit hat auch vor.

00:37:18: Jetzt setzt es ja voraus und dort ist es gesagt für die beiden Erkrankungen dass man's pränatal erkennen kann gibt ja wahrscheinlich potenziell andere Erkankung die man nicht so eindeutig pränatal erkennen kann, die aber auch eine ähnliche Therapie sozusagen Therapie aber wären.

00:37:35: Da kommen wir wieder ein bisschen zum Anfang unseres Gespräches, da ergeben sich ja ethische Konsequenzen daraus.

00:37:42: also soll man Screening-Maßnahmen die man nach der Geburt durchführt eventuell schon Pränatal einführen für manche Sachen wo man eine potenzielle Therapie erwägen kann.

00:37:56: Was denkst du?

00:37:58: Na so einen Eingriff in den Fetalentwicklung ist ethisch ganz sicher eine besondere Herausforderung, weil er ja gleich zwei Personen betrifft.

00:38:05: Die Mutter und ihre Mutter sind.

00:38:08: Und deshalb braucht es schon gute Argumente für die brennertale Behandlung wenn aber Heilversuche zeigen dass sich das Hauptproblem der Kinder ihr Unvermögen zu schwitzen zuverlässig beheben lässt und das mit einem einzigen Behandlungszyklus und das auch zu erwarten ist dass Schweißdrüsen wenn sie einmal vorhanden sind dauerhaft funktionieren.

00:38:30: dann hatten wir schon solche Argumente.

00:38:34: und klar ist auch, dass Ersatzprotein wirkt nicht mehr wenn es postnatal veranstalten wird.

00:38:39: Aber die Krankheit geht von Geburt an mit Lebensgefahr einher.

00:38:44: selbst in unseren Klimazonen liegt die Sterblichkeit bei dieser Krankheit im Säuglingsalter zwischen zwei und zwanzig Prozent In warmen Ländern noch deutlich höher Und das spricht alles für eine durchaus riskante Therapie.

00:39:01: Was ist das Risiko?

00:39:02: Das Risiko, dass es durch den Eingriff zu einer Frühgeburt kommt was für Mutter und Kind Konsequenzen hätte.

00:39:10: Aber ein solches Risiko wird bei jeder diagnostischen Amniozentese in Kauf genommen.

00:39:16: Pharmakologische Nebenwirkungen für die Schwangere sind keine zu erwarten da das Ersatzprotein wenn man's ins Fruchtwasser verabreicht gar nicht durch die Plätzenderschwanke gelaufen.

00:39:26: Aber du hast schon angesprochen als ethisches Problem würde ich auch empfinden Drei Fäden nicht im Rahmen unserer Studie behandeln konnten, obwohl uns die Eltern darum warten weil Ausschlusskriterien vorlagen oder die Familie zu weit entfernt vom Studienzentrum wohlt.

00:39:45: Also

00:39:46: da habt ihr wirklich eine Tür geöffnet in einen ganz neuen Bereich der spannende Ansätze bietet.

00:39:55: wo denkst du wird es als nächstes hingehen?

00:39:59: In welche Richtung?

00:40:02: Es ist eine spannende Entwicklung gerade auf dem Gebiet der seltenen Hautkrankheiten.

00:40:06: Ich denke, dass sich da gerade eine Wandlung vollzieht von der bisher fatalistischen Wahrnehmung hin zu einer großen Offenheit für neue Therapieansätze und ich sehe Behandlungen im Mutterleib hier als Teil des therapeutischen Spektrums.

00:40:22: aber wie gesagt bleibt natürlich noch viel zu forschen.

00:40:26: Sehr spannendes Thema.

00:40:29: Wir sind schon fast am Ende das Protkreis.

00:40:31: Meine klassische Frage nach einer Literaturstelle.

00:40:36: Hast du irgendwas mitgebracht, wo unsere Hörerinnen nochmal tiefer nachlesen können?

00:40:41: Und warum hast Du es ausgesucht?

00:40:44: Wer sich als Neonatologe für den Umgang mit einer schweren Hautkrankheit zurüsten möchte, würde ich eine Publikation von Brenda Mollner und vielen Co-Autor empfehlen die im August zwanzig vierundzwanzig im Journal of the American Academy of Thermology erschienen ist.

00:41:04: Darin wird erstmals eine Leitlinie für das Handling von Neugeborenen mit Epidermalysis pulosa entworfen.

00:41:11: Das Besondere an dieser Arbeit ist, dass Fach- und Berufsgruppen übergreifend nach dem besten Konzept für die Versorgung von Kindern mit EB gesucht wurde und so eine gut umsetzbare sehr hilfreiche Leitline entstanden ist.

00:41:27: Und ich denke, diese Arbeit zu lesen lohnt sich auch deshalb weil es für so seltene Krankheiten bisher kaum Leitlinien gibt.

00:41:34: Und sie ist nur zehn Seiten lang.

00:41:38: Empfiehlt sich garantiert wir werden's verlinken.

00:41:41: Ich glaube die.

00:41:42: diese Publikation ist extrem hilfreich weil diese Hauterkrankungen ja nicht sehr häufig sind und da helfen solche Leitlnien ganz besonders.

00:41:52: aber ich habe so dunkel in Erinnerung dass es auch eine europäische Initiative gibt wo Experten kontaktierbar sind, wenn man Neugeborene mit Hauterkrankungen hat.

00:42:01: Die habe ich das richtig in Erinnerung?

00:42:03: Ja, die gibt es seit Jahr zwei Tausend Siebzehn.

00:42:06: Das ist das ERN Skin, Europäisches Referenzzentrum für Hautkrankheiten und da versammeln sich in der Tat europaweit die Experten und bieten eine Beratung an.

00:42:26: ganz gut nachgefragt wird, abhängig natürlich vom Krankheitsbild.

00:42:30: Also Epidermolystolosa ist öfter im Fokus als die ectodermalendysplasien.

00:42:38: Das ERN Skin ist eine Struktur, die sicherlich auch in den nächsten Jahren noch eine Rolle spielen wird und auch da wird fachübergreifend geforscht.

00:42:50: Da würden wir den Kontakt auch nochmal verlinken ist glaube ich ein wichtiger Hinweis, weil dieses Thema ist nicht so häufig in der Neonatologie und deswegen kann man sich da sehr vertrauensvoll an Experten binden.

00:43:05: Ich habe ja in deiner Einführung schon kurz gesagt du hast ja einen interessanten Lebenslauf was dann verschiedenen Einrichtungen tätig und das jetzt nicht den ganz klassischen neonatologischen Verlauf gemacht sondern sich sehr auf dieses Gebiet spezialisiert.

00:43:20: wenn du jetzt rückblickend unseren Hörern oder Zuhörerinnen einen Tipp für die berufliche Laufbahn geben möchtest.

00:43:28: Was sollen sie berücksichtigen?

00:43:32: Naja, in der Perinatalmedizin bestimmt die Patientenversorgung den Alltag so dass Forschungsinteressen leicht in den Hintergrund geraten.

00:43:43: aber auch bei uns in der perinatal Medizin führt an gut geplanten und klinischen Studien kein Weg vorbei.

00:43:51: Ich war vor zwei Jahren Gastprofessor an der St.

00:43:53: Louis University in den USA und einen Grundsatz dort fand ich sehr bemerkenswert.

00:44:00: In Gott we trust, everyone else must bring data.

00:44:05: Das sollten wir gemeinsam tun.

00:44:07: die Kliniker und Wissenschaftler Und Datensammeln gelingt in unserem Bereich nie allein Sondern nur durch gute Zusammenarbeit mit Prenataldiagnostik und Geburts.

00:44:17: Ich

00:44:17: glaube das ist ein schönes Schlusswort.

00:44:20: Hoffentlich motiviert es den ein oder die andere

00:44:23: auch in

00:44:24: diesen Bereich der Perinatalmedizin einzusteigen, weil das ist glaube ich ein ganz wichtiger Bereich der teilweise Unterversorgtes.

00:44:32: Der eine Mischung aus Prenatal Medizin Neonatologie ist und unbedingt aus meiner Sicht eigentlich die Zukunft darstellt.

00:44:41: Heute, das war extrem spannend mal diese Thematik reinschnuppern zu dürfen.

00:44:46: vielen Dank dass du uns so mitgenommen hast und viel Erfolg weiterhin!

00:44:51: Gern geschehen, danke dass du das Thema hier aufgegriffen

00:44:53: hast.

00:44:54: Das war ja wieder der Neocast der DSKN deutsche Stiftung krankneugeborene in Kooperation mit der deutschen Gesellschaft für perinatale Medizin.

00:45:03: Diesmal zu dem Thema neonatale Dramatosen.

00:45:06: mit Holmschneider hat ihn im

00:45:09: Podcast gefallen.

00:45:10: unterstützt er die Arbeit der DSkn mit einer Spende?

00:45:12: haben sie Fragen und Anregungen zum neokasten?

00:45:15: so melden sich gerne bei uns.

00:45:17: Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

00:45:19: Verbleibe bis zum nächsten Mal.

00:45:20: Ihr

00:45:21: Mario Rüdiger.

00:45:24: Das war der NeoCast Update Neonatologie Der Podcast der deutschen Stiftung kranke

00:45:30: Neugeborene Am Mikrofon,

00:45:33: Mario Rödigern.

00:45:35: Der Podcast dient ausschließlich der neutralen Information Fortbildung und Unterhaltung.

00:45:39: Er ersetzt

00:45:40: nicht die fachliche Beratung

00:45:41: durch ein Arzt oder Apotheker Und darf nicht als

00:45:43: Grundlage zur eigenständigen

00:45:45: Diagnose- und Beginnänderung

00:45:46: Oder Beendigung

00:45:47: einer Behandlung von Krankheiten verwendet

00:45:49: werden.

00:45:49: Die Inhalte dieses Podcasts spiegeln die persönliche Meinung

00:45:52: des Moderators und seiner Gäste wieder.

00:45:55: Die Referente verwenden große Sorgfalt

00:45:57: darauf,

00:45:57: den aktuellen Wissenstand zu

00:45:58: präsentieren.

00:46:00: Wie jede andere Wissenschaft unterliegt

00:46:01: auch die Neonatologie ständigen

00:46:03: Entwicklungen.

00:46:04: Änderungen sind vorbehalten.

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