„Kittel oder kein Kittel – das ist die Frage“ mir Dr. Kirstin Faust
Shownotes
In dieser Folge sprechen wir mit Dr. Kirstin Faust, Neonatologin am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, über die Frage, wie viel Hygieneschutz auf der Neonatologie wirklich notwendig ist. Im Mittelpunkt steht die BALTIC-Studie, die zeigt, dass konsequente Händedesinfektion zusätzlichen Barrieremaßnahmen mit Kittel und Handschuhen nicht unterlegen ist. Wir diskutieren die Bedeutung der Ergebnisse für Infektionsprävention, Eltern-Kind-Kontakt, Nachhaltigkeit und künftige KRINKO-Empfehlungen – und darüber, warum evidenzbasierte Hygiene manchmal bedeutet, auf vermeintlich mehr Schutz zu verzichten.
Zum Nachlesen, die Literaturempfehlungen von Dr. Kirstin Faust:
Extended Barrier Precautions vs Hand Hygiene Alone and Neonatal Sepsis in Intensive Care Patients
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Der Podcast dient ausschließlich der neutralen Information, Fortbildung und Unterhaltung. Er ersetzt nicht die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker und darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose und Beginn, Änderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden. Die Inhalte dieses Podcast spiegeln die persönliche Meinung des Moderators und seiner Gäste wider. Die Referenten verwenden große Sorgfalt darauf, den aktuellen Wissensstand zu präsentieren. Wie jede andere Wissenschaft unterliegt auch die Neonatologie ständigen Entwicklungen. Änderungen sind vorbehalten.
Transkript anzeigen
00:00:00: Die deutsche Stiftung kranke Neugeborene präsentiert.
00:00:12: Kittel oder kein Kittel?
00:00:14: Wenn auch Sie sich fragen, wie sinnvoll die Krinko-Empfehlungen zur Barrierepflege auf der Intensivstation sind, dann sollten sie jetzt unbedingt reinhören!
00:00:22: Sein herzlich willkommen zum Neocast – die dreivierteste Stunde für alle neonatologisch Interessierten, die keine Lust auf Powerpoint haben und trotzdem auf dem Laufenden bleiben wollen Am Mikrofon.
00:00:32: Mario Rüdiger, mein heutiger Gast Frau Dr.
00:00:35: Kirstin Faust aus Lübeck.
00:00:40: Eine Frage die wahrscheinlich die Neonatologie seit ihren Anfangsteil begleitet und immer wieder unterschiedlich beantwortet wird möchte ich heute im Detail diskutieren Wie schützen wir unsere kleinsten Patienten effektiv vor Infektionen ohne sie gleichzeitig durch zu viele Barrieren von der notwendigen Zuwendung abzuschirmen?
00:00:59: Und mein heutige Gast hat wichtige Daten dazu publiziert die wahrscheinlich eine valide Antwort erlauben.
00:01:04: Also herzlich willkommen, Neocast.
00:01:06: Frau Dr.
00:01:06: Kirstin Faust.
00:01:07: Herzlich Willkommen!
00:01:08: Vielen Dank für die Einladung.
00:01:10: Ja natürlich möchte ich Sie auch zu kurz vorstellen.
00:01:13: Sie sind Fachärztin für Kinder und Jugendmedizin und arbeiten derzeit als Oberärzte mit dem Schwerpunkt Neonatologie im Uniklinikum Schleswig-Holstein in Lübeck Und sie haben auch in Lübeck studiert und sind dann nach Greifsat angefangen zu arbeiten.
00:01:28: Da habe ich auch mal eine Zeit studiert, eine wunderschöne Stadt, die vergleichbar mit Lübäck wahrscheinlich aber so ein bisschen ähnliches fährt glaube ich.
00:01:36: Sie sind dann aber relativ schnell wieder zurück nach Lübet gezogen wo sie ihren Abschluss als Kinderherz und einen Neonatalogin gemacht haben Und gleichzeitig haben sie in der Arbeitsgruppe von Herrn Professor Härtel und Göbel da gearbeitet, sich auf das Thema Infektionsschutz fokussiert.
00:01:55: Da sind wir eigentlich schon beim heutigen Thema die Baltic-Studie, die Sie als Letztautorin verantworten und die gerade im Janna Network Open publiziert wurde.
00:02:04: Die möchten wir heute ein bisschen im Detail angucken.
00:02:07: Also herzlichen Glückwunsch zu der Studie!
00:02:08: Schön dass Sie da sind Und meine Frage habe ich irgendwas in der kurzen Begrüßung vergessen, was für Sie noch von Bedeutung
00:02:15: ist.
00:02:17: Vielen Dank erst mal!
00:02:18: Ich denke das sind die wichtigsten Eckpunkte.
00:02:21: Sobald ich Studio möchte, möchte ich natürlich erwähnen dass ich sie nicht alleine gemacht hab.
00:02:25: Die Studienleitung lag bei Prof.
00:02:27: Hartl aus Würzburg und Prof.
00:02:30: Herr Ting, meinem damaligen Chef in Lübeck Und Professor Rupp ist der Chef des Leiter, das Institut für Infektiologie und Mikrobiologie hier in Lübeck.
00:02:39: Natürlich hat mir ganz viel Unterstützung aus den Studienzentren von der Pflege, von den Hygienen.
00:02:43: Das war ein wichtiger Gemeinschaftsaufwand!
00:02:47: Ja es ja eine riesengruppe gewesen sieht man an den Korridoren und so.
00:02:51: aber trotzdem freut mich dass ich sie heute hier habe Und ich begrüße immer meinen Gast mit einer weiteren Frage, ob sie irgendwie ein besonderes Erlebnis oder eine besondere Erfahrung haben in ihrem Berufsliegen, die Sie irgendwie besonders geprägt hat und die Sie eben mit unseren Zuhörern zu hören teilen möchten.
00:03:10: Ja!
00:03:11: Ich denke dass wir als Niernatologen den einen tollen Beruf haben, der uns ermöglicht immer wieder ganz besondere Erlebnisse zu haben.
00:03:19: Schöne oder auch schreckliche, aber Erlebnisse die man lange mitnimmt.
00:03:22: So das ist mehr so.
00:03:24: eine Frage war von welches Erlebnis möchte ich hier teilen und ich denke es ist eine Geschichte von ganz von Anfang aus dem Studium aus dem sogenannten Gönnenknast.
00:03:34: Das war das Gynecologie Praktikum in Lübeck wo immer vier Studenten eine ganze Woche in der Gynäkologie verbracht haben, auch da geschlafen haben Und in diesem Rahmen hatte ich die Chance, das erste Mal bei der Geburt dabei zu sein.
00:03:47: Natürlich damals noch total passiv ins zweite Reihe zum Zugucken und aus meiner Sicht hat es unglaublich lange gedauert und dann kam das Kind endlich auf die Welt und das hat erst mal gar nichts gemacht.
00:03:56: Das lag da einfach so, das hat mich geatmeten, hat sich nicht bewegt.
00:03:59: Dann hat die Hebamme das kräftig abgetrocknet und der Mama auf den Bauch gelegt und dann hat's angefangen zu schreien.
00:04:05: Hat sich dann auch gut angepasst also aus medizinischer Sicht völlig... und spektakuläre Geschichte.
00:04:11: Aber dieser Moment des Übergangs vom Leben im Bauch, zum Leben außerhalb, wo das Kind alles selber machen muss, den fand ich damals super faszinierend und finde ihn heute noch faszinernd.
00:04:21: Und ich empfinde es immer noch als Chance einer von denen zu sein die den Kindern dann helfen können wenn's mal nicht so gut klappt.
00:04:29: Das ist spannend.
00:04:31: Ich habe da ewig nicht dran gedacht, aber dieses Erlebnis hatte ich im Studium auch.
00:04:35: Wir waren in Berlin-Buch gewesen und sind ähnlich so zwei Tage deiner Günn gewesen, damit war auch die chancemene Geburt mitzuerleben.
00:04:42: Stimmt hab' ich meine erste Geburt erlebt und das fasziniert mich heute immer noch.
00:04:45: ja toll!
00:04:47: Sehr gut... Aber jetzt lassen wir uns also mit der Thematik anfangen und vielleicht mit einem kurzen Rückblick auf das heutige Thema beginnen.
00:04:58: Eigentlich war es ein Auslöser, das Bericht über Ausbrüche auf der Intensivstation dazu zu führten.
00:05:03: Dass die KINGCO, also Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, wie sie damals noch heißt, heute hat sich übrigens den schönen Namen Kommission for Infektion Prävention in medizinischen Einrichtungen und in Einrichtung unter Unternehmen der Pflege- und Eingeliegerungshilfe wusste ich auch nicht heisst seit zwanzig vierundzwanzig so wahrscheinlich auch eine neue Abkürzung aber infazit kringco.
00:05:24: die hat zwei tausend zwölf dieses wöchentliche Colonisation Screening empfohlen und darauf ist abgeleitet, erweiterte Barrieremaßnahmen für drei MNGN.
00:05:38: Und warum wurden die Maßnahmen damals so eingeführt?
00:05:43: Und warum waren sie so als essentiell beurteilt?
00:05:50: Selbst bei Neugeborenen und sehr kleinen Frühgeboren ist ja schon immer eine dramatische Erkrankung gewesen mit einer sehr hohen Mortalität unter langfristigen Mobilität.
00:06:00: Und wie Sie schon gesagt haben, in den Jahren bevor die Krinko diese Empfehlung ausgesprochen haben es ist zu mehreren Berichten über Ausbrüche gekommen das heißt Auf neonatologischen Intensivstationen Übertragungen von Gramm-negativen Keimen, von einem auf mehrere Patienten.
00:06:17: Von dem Patienten sind dann auch welche an diesen Keimen erkrankt mit einer Selbstes beispielsweise und einige auch tatsächlich verstorben.
00:06:24: Das hat zu einem hohen Widerhall in den Medien geführt Und es ist ein sehr hoher öffentlicher Druck entstanden doch endlich Prävention zu schaffen, also Schutzmaßnahmen für die Frühgeborenen damit so was nicht wieder passieren kann.
00:06:40: Das ist sicher der eine Aspekt.
00:06:41: aber der andere Aspekt denke ich auch dass alle die daran beteiligt waren natürlich auch ein sehr hohen intrinsische Motivation hatten die Kinder zu schützen vor selbst.
00:06:50: das haben wir ja schon immer als Neonatologen und sich dadurch auch noch mal getriggert worden.
00:06:56: es
00:06:56: war sicher auch schon bekannt dass es verschiedenen Hygienemaßnahmen gibt die Infektionen reduzieren können wie korrekte Händedesinfektionen, beispielsweise.
00:07:05: aber es gab auch nicht ausreichend Evidenz um zu entscheiden welche zusätzlichen Maßnahmen die Kinder zusätzlich schützen können.
00:07:12: und dann hat man eben überlegt was man zusätzlich tun kann.
00:07:16: Es war ein Prozess der ja viele Menschen beteiligt hat, die Ideen hatten, die Erkenntnisse hatten und daraus hat man versucht im Konzept zu stricken.
00:07:29: Gab es überhaupt wirklich konkrete Evidenz für den Nutzen von Kitteln und Handschuhen zu der damaligen Zeit?
00:07:34: Oder war das einfach so, wie sie gerade geschildert haben.
00:07:36: So eine ja Angst oder als Vorsichtsmaßnahme, weil man diese Ausbrüche im Hinterkopf hatte?
00:07:43: Also es gibt Evidenze zur Händedesinfektion.
00:07:46: Das hatte ich schon gesagt.
00:07:47: Es gibt auch Evidenz zum Einsatz vom gezielten Einsatz von Einmalhandschuhen zusätzlich zur Hände.
00:07:53: Desinfektionen ist ja einzelne Studien auch im Neobereich.
00:07:57: Auch heute gibt es außerhalb der Baltic-Studie aber keine Studie im Neobereich, die diese Barrierepflege untersucht.
00:08:05: Also die Verwendung von Eimer-Kitteln und einmal Handschuhen bei jedem Patientenkontakt.
00:08:10: also wenn ich eine Mikrobatorgehe und nur den Kind ein Schnuller geben möchte muss ich zusätzlich zur Hände des Infektions noch einmal Kittel, einmal Handschuh anziehen Und damals wird das so wie heute gewesen sein gibt es keine andere Evidenz dafür.
00:08:24: Das heißt, dass es so kleinere Untersuchungen waren die die Krinko mit veranlasst hat oder gesagt hat das man diese Barriere also Handschuhenkittel verwenden sollte.
00:08:37: Aber trotzdem obwurz dieser Empfehlung gab haben sie ja denn wurde dieses Baltic Studie aufgesetzt?
00:08:44: Warum reichten die Daten aus ihrer Sicht nicht aus, die es damals gab, die die Kinko dazu
00:08:48: veranlasst hat?
00:08:52: Das sind verschiedene Gründe, die uns dazu veranlasst haben, die Baltic-Studie durchzuführen.
00:08:56: Zum einen, dass es eben aus dem Neobereich keine Untersuchung gibt, diese zusätzliche Barrieremassnahmen untersucht.
00:09:04: Es gibt aus dem Erwachsenenbereich eine große multizentrale Studie den Bactrial von den USA mit über sixundzwanzig tausend Patienten, wo sie Barrierepflege bei erwachsenden Intensivstationen untersucht haben und die haben für gramnegative Kreime also die, die in diesem Zusammenhang nicht Verbesserungen der Übertragung zeigen
00:09:24: können.
00:09:25: Und zum anderen muss man ja auch sagen, dass eine Erwachsenenintensivstation sicher nicht mit einer Neo-Intensivstation vergleichbar ist, wo Patienten in Inkubationen gepflegt werden, wo wir aus viel Evidenz wissen, das die allgemeine Hygienekomplexe viel besser als eine Erwachseneintensifstation, sodass wir nicht ausreichend Evidenzen gesehen haben.
00:09:45: Zum einen, zum anderen gibt es hier auch Studien zum Beispiel aus dem GNN, die untersucht haben ob sich im zeitlichen Zusammenhang mit der Einführung von diesen Maßnahmen das neugeborene Screening und die erweiterten Barriere-Maßnahmen wenn bestimmte Keime im Screening nach gewesen werden.
00:10:03: Dass ich da keine Reduktion von kramm negativen Sceptitiden bei sehr kleinen Frühgeboren finden ließen zumindest in den GNN Zentren nicht so dass es ein bisschen die Frage ist was machen wir eigentlich?
00:10:15: Ist das wirklich effizient, was wir da tun oder schaden wir vielleicht mehr?
00:10:18: Weil wir Nebenwirkungen damit produzieren.
00:10:21: Das ist ja das Spannende, dass sozusagen diese Borte versus Nachteile oder dieser Benefit-versus-Nebenwirkung – kommen wir gleich nochmal drauf – die Daten auf die Sie abgezielt haben waren ja überwiegend aus monozentrischen Studien und in der Baltic-Studie haben sie einen Cluster Randomized Cross Over Design genutzt.
00:10:50: Wir haben tatsächlich ganze Zentren randomisiert und nicht einzelne Patienten.
00:10:56: Wenn man einzelne Patienten randomisieren würde, hat man immer den Nachteil das man nicht unbedingt weiß von welchen Patienten jetzt die Übertragung ausgegangen ist.
00:11:07: Wir haben zudem das Problem dass es sehr kompliziert wird wenn jeder mit unterschiedlichen Regeln gepflegt wird.
00:11:13: Und zum Dritten ist es natürlich auch so, dass man stigmatisierend wirkt wenn man ein Kind mit Kittelhandschuhpflege pflegt und das Liegende nicht, sodass wir uns entschieden haben die Hygienemaßnahmen für ganze Stationen sozusagen zu randomisieren je nachdem als Kontrolle sowie die Krinko das empfiehlt oder als Intervention mit reiner Standardhandhygiene also guter Händedesinfektion und ohne zusätzliche Barrieremaßnahmen.
00:11:43: Und wir haben dann alle Studienzentren für zwei Jahre eingeschlossen, jeweils jedes Studienzentrum hat ein Jahr ... Alle Patienten auf der Station nach dem einen Schema gepflegt und ein Jahr nach dem anderen.
00:11:57: Je nach Enthomisierung startet man eben mit einem Schema oder mit dem anderen entweder reine Händehygiene Krante Desinfektion für jeden Patienten Kontakt oder Barrierepflege bei Kindern, die mit bestimmten Keimen besiedelt sind.
00:12:16: Haben Sie so ein bisschen Feedback von den Zentren bekommen?
00:12:19: Also entweder wenn man sozusagen erleichtert ohne Kittel und Handschuhe in der Interventionsgruppe war das man gewisse Erleichterung hatte oder dass da eher eine gewisse Befürchtung bestand da den Kindern vielleicht was nicht so etwas Gutes antut, oder wie war die Rückmeldung?
00:12:37: was im Zentrum?
00:12:38: Das war sehr unterschiedlich.
00:12:39: Wir sind ja in alle Zentren gefahren zum Eintlust haben mit denen viel gesprochen und haben auch viel gelernt.
00:12:45: Die Grundhygienemaßnahmen sind sehr, sehr unterschiedliche in Deutschland.
00:12:49: Und wir hatten beispielsweise einen Zentrum dabei, die haben barrierepflege praktisch gar nicht durchgeführt.
00:12:55: für die war das ein Für die nicht sehr willkommen da mehr aufwand.
00:12:59: Wir kommen ja gar nicht mehr in unsere Frühchen ran, wir können sie nicht gut pflegen.
00:13:02: Wir haben so viel Barriere zwischen uns und den Kindern.
00:13:05: Im Gegensatz zu anderen Zentren, die sehr große Sorge hatten.
00:13:09: Und auch offensiv.
00:13:10: Wir hatten sehr enge Sicherheitsmonitorin mit, wir haben sozusagen monatlich alle Transmissionsraten mit geguckt um die Studie frühzeitig abbrechen zu können, wenn es zur informierten Übertragung gekommen ist.
00:13:23: Und das war manchen Zentren tatsächlich sehr wichtig.
00:13:27: und dieses Sicherheitsbedürfnis sieht man dann auch in der Zahl der Fälle, die nach Randomisierung gepflegt oder nicht gepflegt wurden.
00:13:37: Wenn eigentlich eine Klinik-Kittelhandschuhpflege verwenden sollte, dann ist es nur sehr selten passiert dass die Kinder ohne Kittelhanschuhe gepflegt wurden aber in achtzig Prozent der Felle keine Barrierepflege haben sollten, wurde die trotzdem durchgeführt.
00:13:52: Entweder weil wir denken, weil die Menschen mehr Sicherheitsbedürfnis hatten oder weil es noch eine andere Besiedlung gab beispielsweise mit einem MRSA oder so wo wir tatsächlich das zugelassen haben dann auch.
00:14:07: Und wer war das diese zwölf Zentren zu rekrutieren?
00:14:13: Wir hatten initial achtzehn Zentren angesprochen und bei einigen Konnte das nicht gut durchgeführt werden, entweder weil die Ethik-Kommission Bedenken hatte oder die Hygiene Bedenke hatte.
00:14:25: Oder bestimmte Kollegen Bedencken hatten.
00:14:26: also es gab schon Zentren, die sich dagegen entschieden haben bezogen.
00:14:32: Das kann ich mir gut vorstellen, wenn man so die Diskussion unter den Kollegen hat in Deutschland dann sind ja sehr unterschiedliche Auffassungen.
00:14:39: die einen stehen komplett dahinter und die auf anderen Fallen immer sehr skeptisch.
00:14:45: Aber kommen wir mal in die Details, also die Ergebnisse.
00:14:47: Sie haben mir gezeigt dass die Standard-Hände des Infektions im Vergleich zu der Kombination aus Händedesinfektion plus Kittel und Handschuhen bezüglich der Radankram negativen Blutstrominfektionen nicht unterlegen war.
00:15:01: Also beide lagen ungefähr bei neun Komma fünf Prozent und ist ja auch eine Besonderheit neben dem Design von der Studie auch das sie nicht nach einer Überlegenheit einer Intervention geguckt haben, sondern in Outcome gewählt haben.
00:15:17: Wo sie sagen das ist halt nicht unterlegen.
00:15:20: Warum?
00:15:21: Warum wurde dieser Ansatz
00:15:23: gewählt?
00:15:25: Ziel von der Baltic-Studie war ja die Effizienz der aktuell empfohlenen Maßnahmen zu überprüfen und falls diese sich dann als nicht effizient zeigen sollten Evidenz zu schaffen um die möglicherweise weglassen zu können.
00:15:40: zusätzliche Maßnahme weglassen zu können, braucht mir ja gar keine Überlegenheit zeigen.
00:15:45: Das ist genau so sicher das zu tun und die zusätzlichen Nebenwirkungen haben wir nicht.
00:15:51: Wichtig es mich nur noch mal an den Punkt zu sagen was die Baltic Studie untersucht hat?
00:15:55: Die Kittel-Handschuhpflege also die Barrierepflege im Routine Einsatz nicht bei einem Ausbruch sozusagen, was ja nochmal ein ganz anderes Szenario ist.
00:16:03: Ja ich glaube das ist wichtig.
00:16:05: Gut, dass wir das nochmal betonen.
00:16:07: Und wenn Sie jetzt sagen die ist nicht unterlegen, kann ich das gleichsetzen?
00:16:11: Die ist gleich gut.
00:16:12: oder würden sie da gewisse Nurangsten sozusagen noch mal rein legen wollen?
00:16:16: in der Interpretation
00:16:18: also für die Versorgung von Früh- und Neugeborenen auf einer Neointensivstation haben wir keinen Vorteil gefunden, also keine Reduktion in Transmissionen.
00:16:31: Also Übertragungen von Keim, keine Redaktionen in Infektionsraten sei es mit den Keimen die wir wirklich untersucht haben, also multiresistente Keime aber auch andere Infektionen, auch klinische Infektion ohne Keimanachweis haben wir nirgendwo einen Unterschied zwischen den beiden Gruppen gefunden so dass wir da keinen Hinweis für sehen das es in dem Routine Setting eine zusätzliche Sicherung
00:16:51: bringt.
00:16:53: und sie haben jetzt dieses Routine Settings sozusagen betont.
00:16:57: Können Sie Aussagen machen, ob es ein bisschen vorsichtiger zu interpretieren ist?
00:17:01: Wenn man irgendwie Unterbesetzung oder vermehrte Bettenbelegung mit einrechnen würde.
00:17:06: Also Situation wo wirklich sehr viele Patienten und sehr wenig Personal auf der Station.
00:17:11: ist das da unter Umständen Vorteil hätte.
00:17:15: also Aus den, was man so mitbekommt ist es tatsächlich ja so oder man hat immer das Gefühl wenn eine gewisse Zeit mit anders da fängt.
00:17:22: Ist das zu mehr übertragen kommt?
00:17:25: Haben wir in der Baltic Studie nicht untersucht.
00:17:26: Wir haben tatsächlich immer geguckt In wie viele Schichten der GBA nicht erfüllt war, als Surrogatparameter für ein Understuffing.
00:17:37: Wir haben auch
00:17:37: Bettensperrungen mit erhoben, auch als Surrograd-Parameter für.
00:17:40: wir haben nicht genug Personal und auch wenn die mit Einbezogen sind, als Confounder bleibt das Ergebnis tatsächlich bestehen.
00:17:48: Auch wenn man mit Einbeschied die Intention to Treat sozusagen bleibt das Ergebnis weiterhin bestehen.
00:17:56: wir nicht sagen können, also wenn wir ein Andersduffing haben dann müssen wir aber Kittelhandschuhpflege machen.
00:18:02: Bei jedem guten Podcast kommt an dieser Stelle Werbung doch die Arbeit der deutschen Stiftung kranke Neugeborene ist produktneutral.
00:18:11: um unser Angebot auch in Zukunft aufrecht zu erhalten oder sogar zu erweitern sind wir aber auf ihre Unterstützung angewiesen denn die arbeit der DSKN ist nur durch Ehrenamt und ihre Spende möglich.
00:18:24: Daher erfolgt an dieser Stelle eine Reklame für die DSKN.
00:18:30: Mit dem Neocast, der vierte und jener Teilen Akademie und dem DSKND Update bieten wir Weiterbildung auf höchstem Niveau.
00:18:39: Das Neo Diary und die frühe Signale App gibt Unterstützung für Eltern von Früh- und Krün-Neugebunden.
00:18:48: Mit unseren Förderprojekten ermögliche ich mir kleine Forschungsprojekte.
00:18:54: Letztlich ist der Roland Bauer Wort und das Bioethik-Projekt eine wichtige Investition in die Zukunft.
00:19:02: Wenn Ihnen jeder Podcast ein Euro wert sein sollte, dann würden wir einige Projekte neu auflegen können.
00:19:11: Daher meine Bitte an dieser Stelle an Sie unterstützen sie unsere Arbeit!
00:19:16: Und wenn Sie noch Zweifel haben fragen Sie Ihren Arzt oder die Eltern Frühgebohne.
00:19:21: Vielen Dank.
00:19:24: Sie haben ja auch keinen signifikanten Unterschied bezüglich der Nosokomialen Transmission gezeigt, zwei Komma fünf als drei Prozent.
00:19:33: Wie was sagt uns ist eigentlich diese Daten bezügtlich der Wege die Keime auf der Station denn sonst nehmen?
00:19:39: Also wie wird diese transmission?
00:19:41: wodurch erfolgt die transmission?
00:19:42: kann sie da was sagen?
00:19:44: Die Baltic Studie natürlich nicht untersucht.
00:19:46: wir haben aber schon Ergebnisse gehabt die so ein bisschen darauf hindeuten dass es eine Art Stationsflora gibt welche Keime Nachgewiesen wurden tatsächlich bei den Patienten war sehr stark klinikabhängig.
00:19:58: Das heißt, es gab Kliniken da, dominierte der Enterobakter-Kloakelis, gibt Kliniker Dominiter Acinetobakter oder die Klebsiellen.
00:20:04: das ist ja sehr unterschiedlich.
00:20:06: und da gibt's hier auch andere Studien wie die Primalsstudio oder so die Mikrobiome der Kinder untersuchen die darauf hinweisen dass wir eine Art Stationsflora haben.
00:20:15: in der Anwendungsbeobachtung selber Wann passiert es oder wie passiert ist, dass Patienten von einem Keim zum anderen kommen?
00:20:21: Kann man das natürlich nicht jedes Mal genau festlegen.
00:20:24: Aber natürlich haben wir auch festgestellt, wir haben regelmäßige Audits gemacht, dass Menschen Fehler machen und natürlich passieren auch Hygienefehler.
00:20:31: was wir gesehen haben Und dazu gibt's tatsächlich auch Evidenz aus dem Erwachsenenbereich und aus anderen Studien im Kinderbereich Ist das je mehr Schutzmaßnahmen wir machen desto mehr Hygienefähler machen wir so ein bisschen wahrscheinlich in erhöhtes Sicherheitsverständnis.
00:20:45: Ich habe jetzt Kittel und Handschuh an, und jetzt fühle ich mich sicher!
00:20:48: Und dann vergesse ich die Händedesinfektion, die ja eigentlich der Eckpfeiler das Ganze ist.
00:20:54: Das haben wir nicht erhoben mit unserer Studie.
00:20:56: Das ist aber in anderen Studien untersucht worden... ...und wenn man sich die Audit-Daten anguckt, dann könnte man das so reininterpretieren, sagen wir mal so.
00:21:05: Sie haben gerade auf die Hände Desinfektions schon abgezielt.
00:21:09: Da konnten Sie da richtig Unterschiede zwischen den Kliniken in Ihren Audits entdecken oder bezüglich der unterschiedlichen Phasen?
00:21:15: Oder können Sie da ins Detail mal reingucken, bezükligen wir das Infektor.
00:21:19: Nein, es war auch überhaupt gar nicht.
00:21:20: ziel dieser Studie ist die Klinik miteinander zu vergleichen.
00:21:22: Wir haben ja auch absichtlich ein sehr breites Spektrum an Klinika eingeschlossen.
00:21:27: Wir hatten Kliniker mit Hundertfünfzig VLBW im Jahr.
00:21:31: Wir hätten Klinikaner, die gerade so die unterste Grenze Zahlen schaffen.
00:21:34: Wir hatte einen Klinikum mit rein NEO Stationen und Kliniken mit gemischt, pediatrischen, neonatologischen Stationen.
00:21:40: Einfach um so ein breites Bild der Nürnertschuld in Deutschland auch aufzeigen zu können.
00:21:44: Und die miteinander zu vergleichen ist ja praktisch gar nicht möglich.
00:21:48: Es ist eine ganz andere Durchmischung der Patienten.
00:21:51: Auch die Besiedelungen wie viele Patienten hatten überhaupt einen multiresistenten Keim in den Screenings sehr unterschiedlich gewesen von Klinik-zu-Klinik.
00:22:00: Auch wenn das alles unterschiedliche kann also nicht um Transmissionen abhängen sondern einfach als Grundflora.
00:22:07: Das fand ich ganz interessant.
00:22:08: Also wirklich diese unterschiedliche Prävalenz von multiresistenten Keimen und einzelnen Kliniken, haben Sie dafür eine Erklärung?
00:22:18: Wir haben das nicht untersucht.
00:22:20: Es ist natürlich nur Spekulation, ob das von den Eltern mit kommt.
00:22:24: Ist natürlich ein sehr unterschiedliches Patienten-Gut in den verschiedenen Klinikens.
00:22:29: Natürlich je mehr langlieger Patienten wir haben, je kleiner der Durchschnitt der Frühgeborene ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Patienten auch irgendwann mit auffälligem Keilen besiedelt sind.
00:22:40: Das haben wir auch andere Studien, die das so zeigen können, sodass das sicher auch mit eine Rolle spielt.
00:22:45: Inwieweit der Standort eine Rolle spielte?
00:22:47: Da kenne ich keine Untersuchungen zu.
00:22:50: Okay.
00:22:51: Es sind ja mal die Fragen, die einen so bewegen.
00:22:53: Also gerade auch die Eltern ... Ich kann mich noch daran erinnern, als ich in einer Neonatologie angefangen habe in den neunziger Jahren, da ging es überhaupt erst einmal los, dass sie Eltern ohne Kittel auf die Station durften und das war ein großes große Angst, also die Eltern waren grundsätzlich Kittelhandschuhe um an ihr Kind dran zu kommen durften sie nicht anfassen und so weiter.
00:23:12: Und da dieses fallen lassen der Kittel das war schon die große Angst als was die Eltern von außen mit einschleppen dann haben wir ja gelernt dass es manchmal eher vorteilhaft ist.
00:23:21: also um gegen diese Krankenhausmonokultur anzukommen Es ist spannend wie sich das über die Zeit entwickelt.
00:23:29: wenn Sie jetzt auf die Hände des Infektions abzielen und wir sagen, wir gehen jetzt weniger Barrierepfleger.
00:23:39: Das haben Sie nicht untersucht aber aus Ihrer Sicht gibt es da Tipps vor.
00:23:42: Sie sagen also da muss ich jetzt besonders die Schulung damit die Hände des Infektions besonders effektiv ist oder dass wir die wirklich einen Mittelpunkt wieder stellen?
00:23:53: Also Schulungen sind sicher ein ganz wichtiges Thema.
00:23:55: Wir haben im Rahmen der Baltic-Studie auch alle sechs Monate Schulungen mitgemacht teilgenommen hat, habe ich den Effekt zumindest in einem Zentrum live erleben können.
00:24:06: Und das bringt tatsächlich etwas wenn man alle sechs Monate zum einen Audit hat also zum einen eine Rückmeldung kriegt wie gut man, wie konsequent man ist im Händedesinfektion und dann auch gleich wieder ne Schulung denkt man dann und dann zu welchen Zeitpunkten muss man es durchführen?
00:24:24: ausreichend lange und korrekt?
00:24:28: Die Auswertungen monozentrisch in Lübeck Zeigen auch sehr, dass das sehr berufsgruppenabhängig ist.
00:24:33: Dass die pflege das einfach noch immer sehr viel gründlicher macht als Die ärztlichen kollegen so dass das sicher auch ein ansatzpunkt ist wo man immer wieder schulen
00:24:41: kann.
00:24:42: Ja Ich bin ja so ein großer fan von audits.
00:24:45: Denken sie dass diese sie haben wir die ex also als externes audit gemacht.
00:24:49: Denken Sie dass es benefit hat sozusagen externes audit zu bekommen verglichen mit der sagen wenn die Hygiene in die oft die station kommt und da ist Halbwegs ein internes audit macht.
00:25:01: Also wir haben nur teilweise externe Audits gemacht, teilweise haben das Hygienen
00:25:04: gemacht.
00:25:05: Wir haben
00:25:05: ein Studium ja gestartet in der Corona-Pandemie wo wir nicht immer Zutritt hatten zu allen Kliniken.
00:25:12: Ich denke schon dass es einen Unterschied macht je nach Klinik und je nach Ansehen der Hygeniker intern.
00:25:18: so wenn die Hygenika eine Autorität haben in der Klinikum dann ist es bestimmt auch intern machbar.
00:25:23: Okay spannend.
00:25:26: Ein anderes Ergebnis, was mich absolut fasziniert hat und was man vom Gefühl sicherlich voraussagen konnte.
00:25:32: Aber waren sozusagen die... wie teuer diese Barrieremaßnahmen sind?
00:25:36: Nö, vier Millionen Euro wenn ich es richtig im Kopf habe, die gespart werden können.
00:25:42: Das war sozusagen pro Jahr denke ich mal, weil sie hochgerechnet haben in Deutschland.
00:25:47: Das finde ich ja faszinerend!
00:25:50: Was kommt da zusammen?
00:25:51: Sind es nur diese Kittel oder ist da noch mehr, was die Einberechnet haben.
00:25:56: Also wir haben nur erhoben die Kosten für einmal Handschuhe und Kittel.
00:26:03: Mehr haben wir nicht erhoben.
00:26:03: also das ist tatsächlich nur dieser Bereich der das abdeckt.
00:26:08: Das sind ja nicht nur Kosten, dass auch ein unheimliches Müll aufkommen, was da sozusagen vermieden wird, was ja absolut faszinierend ist.
00:26:17: Und ich glaube, das ist ein Aspekt, der häufig Oder manchmal so ein bisschen vergessen wird, wenn man sich die Station anguckt.
00:26:24: Weil es da alles vorsorglich angewendet wird.
00:26:27: Irgendwann ich an den Wasser hin diese Filter mitangebaut
00:26:32: usw.,
00:26:32: dass ja alles weggeworfen werden muss.
00:26:35: und da frage ich mich immer nach dem Benefit sozusagen die Frage Frau Faust, zusätzlich zu dieser Hygienezeit kann ja auch die Kontaktzeit.
00:26:45: Also zusätzlich zur Hygiene wird es ja auch zu einer Reduzierung der Kontakt zu dem Kind geführt haben.
00:26:53: also wenn ich diese Barriere mache ist die Kontakt Zeit weniger.
00:26:57: und denken Sie dass dieser Verzicht auf die Barrieren die Entwicklungsförderung pflege und die Einbindung der Eltern nochmal verbessert?
00:27:05: Das hoffen wir sehr stark.
00:27:09: Ich denke allein schon aus der persönlichen Erfahrung, die jeder gemacht hat.
00:27:13: Man hat doch eine sehr viel höhere Hemmschwelle an ein Kind ranzugehen wenn man Kittelhandschuhe pflege machen muss.
00:27:18: Das ist jetzt erstmal nur Eminence-based und nicht Evidenz.
00:27:22: Aus dem großen Erwachsenenstudie, die ich vorhin erwähnt hab den Bugtrial haben das systematisch untersucht und konnten es auch definitiv zeigen dass die Patienten nahe Zeit massiv oder signifikant niedriger ist, wenn die Patienten mit Kittelhandschuhpflege gepflegt werden.
00:27:38: Das heißt wir gehen seltener zu den Patienten, wir fassen sie seltene an und das hat da auch zur Patientengefährdenden Situation geführt.
00:27:45: Und wenn man sich das für eine Neointensivstation anguckt dann... Ich glaube, ich kenne jeder diese Situation.
00:27:51: Man ist an einem Patienten dran und der Nachbar-Patient, der auch mit versorgt werden muss, hat einen roten Alarm.
00:27:57: Und nun bräuchte man eigentlich korrektes Ausziehen, korrekte Hände des Infektionskorrektas anziehen um diesen Kind mit dem roten alarm wieder zu versorgen.
00:28:05: Dass das nicht sicherheitsfördernd ist kann man sich sicher auch gut vorstellen.
00:28:09: Dazu kommt natürlich auch diese ganze Sache in Richtung entwickelungsfördernde Pflege.
00:28:12: Inwieweit ist der Haut-Haut-Kontakt nicht nur von Eltern wichtig, sondern auch vom Personal?
00:28:17: Oder macht das ein Unterschied für die Kinder wenn sie immer nur mit Plastik angefasst werden durch das Personal?
00:28:23: Da ist die Evidenz meines Wissens nicht gut.
00:28:26: aber wir gehen schon davon aus dass es einen Unterschied machen kann für die kinder.
00:28:31: Aber Sie haben da keine Möglichkeit irgendwie nach Untersuchung zu machen oder so bei den bei den Kindern, die so oder so betreut wurden um diese Fragen noch zu beantworten?
00:28:40: Nein.
00:28:40: Die Baldigstudie hat tatsächlich aus vom Konzept her vermieden jegliche identifizierenden Faktoren dokumentieren.
00:28:49: Wir haben nur wenn man so will für Weinsparameter gesammelt Da wir ja auch nicht jeden einzelnen Patienten aufgeklärt einschließen.
00:28:59: Er ist richtig Das wäre sicherlich nochmal ein spannender Ansatz.
00:29:03: Vom Gefühl sagt man, das hat sicher auch einen gewissen Benefit wenn man diese Barriere reduziert also auf diesen ganzen anderen Parameter.
00:29:11: aber die Daten dafür haben wir ja nicht.
00:29:14: Aber sie hatten gesagt dass die teilweise im Rahmen der Covid-Pandemie auch stattgefunden hat.
00:29:20: wie war da sozusagen?
00:29:23: Da war ja auch Kittelhandschubpflege oder Mundschutzpflege.
00:29:27: Gab es da irgendwie ein Bayeres noch, der da reingekommen ist oder?
00:29:31: Also wir haben das alles gut dokumentiert sozusagen welche Maßnahmen auf welchen Stationen eingeführt worden.
00:29:37: Alle Kliniken haben in den Zeitraum eine Maskenpflicht für Personal und Eltern gehabt und viele hatten auch Besuchseinschränkungen durch die Eltern.
00:29:47: Das war ja, als wir gestartet haben, war Herbst-Zw.
00:29:52: Dann kam dieser Winter-ZW, wo viele Neointensivstationen teilweise fast jeglichen Elternkontakt
00:29:58: gab.
00:29:59: Sodass da sicher ein Bayer drin ist?
00:30:01: Wir haben aber zu diesem Zeitraum-Kliniken in beiden Konditionen drin gehabt, sodass wir denken, dass das unser Ergebnis nicht verfälscht und keine der Kliniken hat Kittelhandschuflege eingeführt für die Patienten in dieser Zeit.
00:30:18: Okay, jetzt kommt natürlich die eine Million Frage.
00:30:22: Wie sollen wir in Zukunft basierend auf Ihren Daten wie soll die nächste Krinko-Empfehlung aussehen?
00:30:29: Das ist auch mal ne Frage!
00:30:33: Die Baltic Studie ist ja nur ein Baustein der möglicherweise zu einer Erneuerung der Krinkoo Empfehlungen führen könnte.
00:30:41: Da kommen hier noch ganz andere viele andere Fragestellungen mit.
00:30:45: rein zum einen Wie ist das mit Routine-Maßnahmen versus Ausbruchsmanagement?
00:30:52: Da haben wir vorhin schon mal darüber gesprochen.
00:30:55: Wir haben bis jetzt, soweit ich weiß keine randomisierte Studie die das Screening selber also die Informationsgewinn durch Ich mache jede Woche einen Abstrich untersucht.
00:31:04: Die Baltic Studio untersucht hier nur die Konsequenz daraus.
00:31:07: dieses wir machen Kittelhandschuhpflege.
00:31:10: Dann ist so ein bisschen die Frage.
00:31:11: wir haben zum Beispiel aus der Primalstudie Die Erkenntnis gewonnen, dass manchmal das Screening möglicherweise einfach nur die Spitze des Eisberges zeigt.
00:31:20: Brauchen wir Mikrobiomenuntersuchungen?
00:31:22: Wie realistisch ist das?
00:31:24: Was untersuchen wir eigentlich mit diesem herkömmlichen Screening?
00:31:27: Das sind ja alles Informationen, die so ein bisschen Bausteine zusammengeben müssen.
00:31:32: und so eine neue Empfehlung ist hier immer so'n Konsensprozess wo verschiedene Leute mitteil haben sodass ich das sehr von mir vermessen finde zu sagen es soll so-und-so sein.
00:31:41: Ich denke nur, die Baltic-Studie ist natürlich ein Baustein der sagt.
00:31:45: In der Routineversorgung von Frühgeborenen ist Kittelhandschufflege wahrscheinlich kein Bausteins, der uns weiterbringt im Schutz los, weil ein Kind mit einem bestimmten Keim gesiedelt ist.
00:31:57: Das halte ich auch für ganz wichtig und die anderen Aspekte muss man sicherlich auch noch untersuchen.
00:32:03: Haben Sie Gefühl dafür, wie lange es dauert?
00:32:05: Wir haben ja viele Zuhörer die so in der klinischen Praxis sind.
00:32:08: Die werden sich natürlich fragen, jetzt sagen wir diese tollen Ergebnisse.
00:32:12: Wann kommt die Konsequenz zu uns?
00:32:14: Haben sie dann ein Gefühl für oder können Sie da irgendwas sagen?
00:32:17: Ich könnte mir vorstellen dass das noch ein paar Jahre dauert.
00:32:20: Aber ich bin nicht in diesen Prozesse gut eingebunden.
00:32:23: Ja aber wir laden mal die Krinko und so weiter ein.
00:32:26: Das ist nicht mit so Beschäftigen intensiv mit diesen Ergebnissen.
00:32:30: Sie hatten schon darauf hingewiesen Ausbruch nicht davon betroffen ist, also da gilt es weiterhin.
00:32:36: Wie ist das mit anderen multiresistenten Regeln
00:32:39: MRSA?
00:32:40: Die haben wir ja nicht untersucht in unserer Kohorte.
00:32:44: MRSA ist ja zu weit ich das abschätzen kann zum Glück eher selten auf Neointensivstation und hat sich bis jetzt auch noch keiner getraut da die Hygienemaßnahmen zu reduzieren.
00:32:53: Wenn wir wieder den Schritt zurückmachen zu der Erwachsenen, da hat tatsächlich die barrierepflegende Verbreitung von MRSA reduziert Da scheint es, was geholfen zu haben.
00:33:04: Aber wieder gesagt das ist ja auf einer wachsenden Intensivstation gewesen auch die drei mrgn vier mrgn keime Die ja auch isoliert werden sollten.
00:33:12: tatsächlich ist hier noch mal ein schritt weiter Patienten in einzelnes zimmer zu legen die haben wir nicht untersucht diese maßnahmen und ich glaube die Hemmschwelle des zu untersuchen ist natürlich nochmal viel viel höher.
00:33:23: Was wir aber sehen konnten dass von allen sehr breit dokumentiert, welche Keime im Screening gefunden worden sind.
00:33:30: Und wenn man sagt von allen multiresistenten Erregern sind die allermeisten tatsächlich die, die wir untersucht haben also die zwei MRGN oder gegen drei Antibiotika-Klassen negativen Erreger, also die Zwei MRG N Keime das waren die Allermeisten sowas wie neunzig fünf neunzig Prozent und die restlichen, die übrig bleiben MSA vier MRG n drei MRGn Das sind ganz ganz wenige Trassen.
00:33:52: Wir uns bis jetzt nicht trauen würden es da auch anzuwenden.
00:33:57: Wenn Sie jetzt die Chance hätten und einen Funding bekämen, wie würde die nächste Studie aussehen?
00:34:02: oder was würde sie interessieren?
00:34:04: Das ist dann ja die Frage.
00:34:05: Was ist mit dem Screening?
00:34:06: das würde mich wirklich interessieren.
00:34:08: hilft uns das oder hilft es uns nicht dieses Wissen?
00:34:12: Ja ganz spannend.
00:34:15: Und sehen Sie irgendwie ein gewisses Potenzial wenn man?
00:34:17: wir können jetzt genommen Sequenzierung machen von den Erregern dass uns das irgendwie weiter hilft, um die Transmission besser zu verstehen oder?
00:34:28: Also so eine ganz genügend von den Erregern zu sequenzieren.
00:34:31: Das finde ich unglaublich spannend!
00:34:33: Wir haben die Erreger aus der Baltic-Studie auch kultiviert und aufgehoben sind jetzt gerade dabei es zu analysieren Das heißt, immer entweder im Studien-Setting oder in einem Ausbruchssetting die Frage zu beantworten.
00:34:46: Wenn wir drei Enterobacter Chlorakel mit ähnlichen Resistenzmuster auf Station haben ist das wirklich der gleiche Keim?
00:34:51: Oder sind es nur zufällig die gleichen Keimen?
00:34:54: Also um so spezielle Fragestellungen zu beantworten habe ich einen Ausbruchsproblem oder ist das ein Zufall?
00:35:01: Oder wie funktionieren Transmissionscluster auf Stationen?
00:35:04: dafür ist sicher ganz spannend und ganz wichtig.
00:35:08: Ich denke, in der Routinearbeit ist es nicht notwendig und hilft uns auch nicht weiter.
00:35:14: Sie hatten vorhin schon auf die Primaltstudie und die Bedeutung Mikrobiomen darauf hingewiesen?
00:35:21: Was denken sie in der Zukunft den nächsten fünf oder zehn Jahren?
00:35:24: Probiotika oder Mikrobiome also beeinflussen des Mikrobiomes?
00:35:28: Welche Rolle wird das spielen?
00:35:32: Ich denke, dass das weiterhin ein ganz wichtiger Bestandteil ist.
00:35:35: Vielleicht nicht nur mit.
00:35:37: Wir verabreichen eine Kapsel und da sind irgendwelche Batterien drin.
00:35:39: Da gibt es ja ganz spannende Daten zu die an vielen Variablen auch hängen.
00:35:44: aber Mikrobiome ist viel mehr.
00:35:45: Es ist Haut-zu-Haut-Kontaktmutter Kind.
00:35:48: wie weit können wir die Pflegepatienten näher hinkriegen?
00:35:51: Dass Eltern soviel wie möglich an ihrem Kind dran sind?
00:35:55: Wie kriegen wir das hin, dass alle Kinder Muttermilch ernährt werden?
00:36:00: Unabgekochter, uneingefrorener Muttermilch.
00:36:03: Das sind ja auch alles Dinge die das Mikrobiom beeinflussen.
00:36:06: Wie kriegen wir es hin möglichst wenig Breitbandantibiotika zu verwenden?
00:36:10: Es war auch ein Nebeneffekt von der Baltic-Studie, die noch mal gezeigt hat wie riesig die Bandbreite ist und wie viele Kinder werden eigentlich antibiotisch behandelt auf so einer Neointensivstation.
00:36:21: Fast der Faktor zehn zwischen verschiedenen Kliniken wie viel da überhaupt nur antibiotisch behandelt werden.
00:36:26: Allein das sind Dinge, glaube ich, wo man das Mikrobium der Kinder auch sehr viel mit manipulieren kann und was du auch schon klar ist, was den Kindern helfen kann.
00:36:35: Man sozusagen den Weg erst mal aber trotzdem noch gehen muss.
00:36:40: Das ist faszinierend!
00:36:40: Also ich sehe in zehn Jahren unterhalten wir uns wieder und dann kommen die nächsten ergeben.
00:36:44: Ja, ich hoffe es.
00:36:45: Sie sind voller Erladens, freut mich.
00:36:48: Wünsche Ihnen da viel Erfolg.
00:36:49: Ich habe zum Schluss noch mal so ein paar kleine neu eingeführt, sechs Quickfire-Fragen als Sie, als Expertin oder Neonatologin.
00:37:00: Steht das Kurb oder Ultraschall?
00:37:01: Welches tue es für Sie in der klinischen Praxis?
00:37:04: unverzichtbar?
00:37:06: Ultraschild!
00:37:08: Okay super.
00:37:09: Sofektengabe oder Antenatalisteroide?
00:37:11: Welcher medizinische Meinschen hat die Überlebensrate am meisten beeinflusst?
00:37:17: Würde sagen beide.
00:37:18: Beides
00:37:19: hätte ich auch, würde ich
00:37:20: auswählen.
00:37:23: Hightech-insensivmedizin oder Känguru-kehr?
00:37:25: Was ist entscheidender für die langfristigen neurologische
00:37:27: Entwicklung?
00:37:28: Naja, ich glaube an Känguru-kehr!
00:37:31: Ja, das würde ich auch sofort während meiner Antwort.
00:37:34: Dann so ein Blick in die Zukunft künstlicher Intelligenz und Genomik.
00:37:38: Wo sehen Sie größeres Potenzial
00:37:39: darin?
00:37:43: Ich denke in der künstlichen Intelligenze, auch wenn die Gefahr sehe... Die Hemmschwille, das zu verenden glaube ich noch sehr hoch ist und bei mir auch persönlich sehr hoch.
00:37:52: Aber ich denke richtig eingesetzt kann dass sie uns sehr viel weiter bringen.
00:37:56: So vielfältig ja.
00:37:59: Und zum Abschluss immer eine kleine Frage für die jüngeren Zuhörer zuhören basierend auf ihrer Erfahrung.
00:38:06: was denken Sie erst die wichtigste Charaktereinschaft die man für die Arbeit mit der in einer Neonatologie mit unseren kleinen Patienten mitbringen
00:38:12: muss?
00:38:14: Ich glaube dass man gut zuhören können muss der Pflege, den Eltern das Kind gut angucken muss und sich selber auch immer wieder in Frage stellen muss.
00:38:22: Ob der Weg auf dem man da gerade geistig ist, auch der Richtige ist?
00:38:26: Perfekt!
00:38:27: Frau Faust vielen Dank für diese faszinierenden Einblicke.
00:38:30: ich glaube die Baltic Studie zeigt ganz eindrucksvoll dass mehr nicht immer besser bedeutet und dass wir unsere Hygienestandards ständig in der Fragen müssen um die Versorgung der Kleinen weiter zu verbessern.
00:38:42: Und außer im vier Millionen Euro Ersparnis und wenig Plastikmüll ist auch ein tolles Ergebnis, bei gleicher Sicherheit wohlgemerkt.
00:38:50: Das ist schon eine Botschaft die hoffentlich viele Kliniken erreicht und auch die zuständigen Behörden erreicht.
00:38:55: Deswegen danke ich Ihnen ganz herzlich Frau Forst dass Sie heute zu Gast waren in Neocast und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg bei der Forschung!
00:39:01: Vielen Dank!
00:39:03: Ihnen auch vielen Dank hat viel Spaß
00:39:04: gemacht!
00:39:04: Vielen Danke.
00:39:05: das war ja wieder.
00:39:06: der neokast.de ist keine deutsche Stiftung, kranke Neugeborene in Kooperation mit der Deutschen Gesellschaft für perinatale Medizin.
00:39:15: Diesmal zu der Notwendigkeit von Ketteln und Randschuhpflege bei Frühgeborene, mit Dr.
00:39:21: Kirsten Faust aus Lübeck.
00:39:23: Falls Ihnen der Podcast gefallen hat unterstützt ihr die Arbeit der DSCAN mit einer Spende.
00:39:28: Haben Sie Fragen oder Anregungen zum Neocast?
00:39:30: So merken sie sich gerne bei uns!
00:39:32: Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und verbleibe bis zum nächsten Mal hier.
00:39:37: Mario Grüdiger
00:39:39: Das war den Neocaste Update Neonatologie, der Podcast der deutschen Stiftung Kranke Neugeborene.
00:39:48: Am Mikrofon Mario Rüdigern.
00:39:50: Der Podcast dient ausschließlich der neutralen Informationen Fortbildung und Unterhaltung.
00:39:55: Er ersetzt nicht die fachliche Beratung durch ein Arzt oder Apotheker und darf nicht als Grundlage zur eigenständigen Diagnose- und Beginnänderung oder Beendigung einer Behandlung von Krankheiten verwendet werden.
00:40:05: Die Inhalte dieses Podcasts spiegeln die persönlichen Meinung des Moderataus und seiner Gäste wieder.
00:40:10: Die Referenten verwenden große Sorgfalt darauf, den aktuellen Wissenstand zu präsentieren.
00:40:15: Wie jede andere Wissenschaft unterliegt auch die Neonatologie ständigen Entwicklungen – Änderungen sind vorbehalten!
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